Ich darf Nein sagen, ich darf alles fühlen

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susiecue Avatar

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Mir gefällt, wie alltagsnah die Szenen sind: Omi kommt zur Tür herein, und statt eines Küsschens gibt es ein Winken, weil der Bauch »Nein« sagt. Dass die Omi das versteht, ist eine wichtige Botschaft für Kinder, und die Fragen am Ende jeder Szene, etwa wie man am liebsten »Hallo« sagt, laden zum Gespräch ein. Auch der Gedanke, dass alle Gefühle richtig sind, egal ob Wut, Trauer oder Freude an der Regenpfütze, wird warm und unbelehrend vermittelt. Die Reime sind leicht zum Mitsprechen, das passt gut zum Vorlesen ab zwei Jahren.

Nicht ganz überzeugt haben mich die Reime an manchen Stellen: Sie wirken etwas schlicht und die Botschaft fast zu direkt, sodass wenig Raum für eigene Entdeckungen bleibt. Fragen wie »Wie hättest du dich gefühlt?« sind für Zweijährige sicher noch schwer, hier braucht es Erwachsene, die einfühlsam nachfragen. Mit nur 22 Seiten ist das Buch zudem schnell durchgelesen, und manche Szenen, etwa die einstürzende Höhle, deuten nur an, was sie erzählen könnten.

Insgesamt ist es ein liebevolles Buch für gemeinsame Kuschelmomente, vor allem für Familien, die mit ihren Kindern über Gefühle und Grenzen ins Gespräch kommen wollen.