Die Gier nach Gold

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„Wie viele Leben kostet ein Karat?“ ist eine Frage, über die ich beim Lesen der Leseprobe tatsächlich länger nachdenken musste. Gold verbindet man normalerweise mit etwas Wertvollem, Schönem und Luxuriösem – mit Schmuck, Geschenken oder einer Geldanlage. Die Leseprobe dreht diese Perspektive aber komplett um und zeigt, dass hinter diesem Glanz eine ziemlich problematische Realität stehen kann. Besonders interessant finde ich, dass Guya Merkle nicht nur allgemein über Ausbeutung und ungerechte Lieferketten schreibt, sondern selbst aus einer Schmuckfamilie kommt und dadurch einen sehr persönlichen Zugang zu dem Thema hat. Dadurch wirkt ihre Kritik auf mich glaubwürdiger, weil sie nicht einfach von außen auf die Branche schaut, sondern selbst Teil davon war und ihre eigene Sichtweise darauf verändert hat. Spannend finde ich außerdem die Frage, wer am Ende eigentlich wirklich vom Wert eines Stücks Gold profitiert und wer den Preis dafür bezahlt. Gerade diese Verbindung zwischen unserem Konsum und den Menschen, die am Anfang der Lieferkette stehen, hat die Leseprobe für mich greifbar gemacht. Ich glaube, dass das Buch einige Dinge hinterfragt, die man im Alltag einfach als selbstverständlich hinnimmt – zum Beispiel, warum Gold überhaupt als so wertvoll gilt und warum dieser Wert für verschiedene Menschen etwas völlig anderes bedeuten kann. Gleichzeitig hoffe ich, dass das Buch nicht nur Probleme aufzeigt, sondern auch konkrete Wege beschreibt, wie sich an diesen Strukturen etwas verändern lässt. Die Leseprobe macht auf mich jedenfalls einen sehr direkten und kritischen Eindruck und hat bei mir definitiv dafür gesorgt, dass ich beim nächsten Blick auf ein Goldschmuckstück wahrscheinlich ein bisschen länger darüber nachdenken werde, woher es eigentlich kommt.