Zwischen Glanz und bitterer Realität

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blubb2303 Avatar

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„Wie viele Leben kostet ein Karat?“ ist für mich eines dieser Bücher, bei denen man nach dem Lesen nicht einfach zur Tagesordnung übergeht. Ich habe Schmuck und besonders Gold ehrlich gesagt immer eher mit etwas Schönem, Wertvollem und Beständigem verbunden. Guya Merkle zeigt aber sehr eindringlich, was hinter diesem Glanz stecken kann – und wie viele Menschen und Schicksale an einem Stück Gold hängen können.

Besonders interessant fand ich, dass sie nicht einfach nur mit dem Finger auf die Schmuckindustrie zeigt. Sie kennt diese Welt selbst sehr genau, ist in einer Juweliersfamilie aufgewachsen und erzählt auch von ihrem eigenen Weg und den Erfahrungen, die ihre Sicht auf die Branche verändert haben. Dadurch wirkt das Buch für mich viel persönlicher und glaubwürdiger. Es geht nicht nur um Zahlen, Fakten und Lieferketten, sondern auch um die Frage, wann man bereit ist, seine eigene Haltung zu hinterfragen und Konsequenzen daraus zu ziehen.

Sehr nachdenklich gemacht haben mich die Einblicke in den Goldabbau und die Arbeitsbedingungen der Menschen, die am Anfang dieser langen Kette stehen.