Ein informatives Buch, das zum Umdenken anregt

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
melodiaa Avatar

Von

Wie viel wissen wir eigentlich darüber, woher das Gold stammt, das wir als Schmuck tragen oder verschenken? Mit dieser Frage hatte ich mich vor dem Lesen von "Wie viele Leben kostet ein Karat?" von Guya Merkle kaum beschäftigt. Ich wusste nur wenig darüber, wie Gold gewonnen wird und welche Folgen der Goldabbau für die Menschen und die Umwelt haben kann. Umso eindrücklicher war es für mich, durch dieses Buch einen Einblick in eine Welt zu erhalten, die mir zuvor weitgehend unbekannt war.

Guya Merkle stammt aus einer Familie, die bereits in zweiter Generation ein Schmuckunternehmen betreibt. Als junge Frau wollte sie genauer verstehen, wie Gold eigentlich gewonnen wird. Dafür begab sie sich nach Südamerika. Eine Begegnung in den peruanischen Anden wurde schließlich zu einem Erlebnis, das ihren weiteren Weg prägte und sie dazu brachte, sich mit dem Thema Goldabbau intensiv auseinanderzusetzen.

Besonders beeindruckt hat mich, wie offen und eindringlich die Autorin von ihren Erfahrungen und Begegnungen berichtet. Sie beschönigt nichts und zeigt auf, unter welchen erschreckenden Bedingungen Menschen teilweise in Goldminen arbeiten müssen. Dabei wird deutlich, welche gesundheitlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Folgen der Goldabbau haben kann. Viele ihrer Schilderungen haben mich fassungslos zurückgelassen, weil mir das Ausmaß dieser Problematik vorher überhaupt nicht bewusst war... Leider! Was mir an dem Buch ebenfalls sehr gut gefallen hat, ist die persönliche und verständliche Art mit der Guya Merkle schreibt. Man wird durch das Buch an die Hand genommen und kann sich auch dann gut in das Thema hineinfinden, wenn man sich vorher noch nicht näher mit dem Goldabbau beschäftigt hat. Die Kapitel lesen sich flüssig und angenehm, sodass ich mich gerne mit dem Inhalt auseinandergesetzt habe. Eine kleine Kritik habe ich dennoch. Einige Inhalte wiederholen sich, was stellenweise für leichte Verwirrung gesorgt hat.

Insgesamt ist das Buch für mich sehr informativ, bewegend und wichtig. Es regt dazu an, den eigenen Konsum zu hinterfragen und genauer hinzusehen, woher die Dinge stammen, die wir selbstverständlich tragen oder nutzen. Ich empfehle es allen, die sich für globale Gerechtigkeit interessieren und mehr über die Schattenseiten der Goldgewinnung erfahren möchten. Ein wichtiges Thema, das deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient!!!