Goldene Fassade, schwierige Lektüre

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zwergalfee Avatar

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Wie viele Leben kostet ein Karat? ist ein Sachbuch, das mich leider nicht ganz überzeugen konnte.

Der Titel und die Aufmachung des Buches haben mich zunächst angesprochen. Das Thema klang sehr interessant, und auch das Cover gefällt mir mit seinem schlichten Schwarz und der goldenen Schrift ausgesprochen gut.

Der erste Teil des Buches war dann auch noch spannend. Man erhält einen Einblick in das Leben der Autorin, erfährt, wer sie ist und wie sie sich dem Thema Gold nähert.

Im weiteren Verlauf hatte ich mir die Lektüre allerdings spannender vorgestellt. Das Thema ist natürlich sehr wichtig, und es wird deutlich, unter welch schrecklichen Bedingungen der Goldabbau teilweise stattfindet.

Jetzt kommt allerdings das große Aber: Ich empfand die Autorin stellenweise als zu belehrend und teilweise auch als naiv. Gerade vor dem Hintergrund, dass sie aus einer wohlhabenden Schmuckdynastie stammt, fand ich es überraschend, dass ihr offenbar nicht bewusst war, welche Schattenseiten hinter der Goldgewinnung stecken.

Bei vielen Gütern, mit denen Menschen sehr reich werden oder die vor allem für wohlhabende Menschen bestimmt sind, müssen andere Menschen leiden oder werden ausgebeutet. Dass diese Zustände nicht in Ordnung sind, steht für mich außer Frage. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass die Autorin ihre Sichtweise teilweise zu sehr vermitteln und anderen regelrecht aufdrücken möchte. Das hat mir nicht gefallen.

Auch der Schreibstil war für mich zu trocken, sodass sich das Buch stellenweise sehr mühsam lesen ließ.

Insgesamt behandelt das Buch ein wichtiges und gesellschaftlich relevantes Thema, konnte mich mit seiner Art der Vermittlung und seinem Schreibstil aber leider nicht vollständig überzeugen.