Kapitalismuskritik der anderen Art

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Dieses Buch ist nicht unbedingt das, nach dem es scheint. Der Titel ist erklärtermaßen reißerisch. Vordergründig will die Autorin aufklären. Doch lehrreich ist viel mehr ihre eigene Reise. Denn was einen erwartet, ist ein Erlebnisbericht, der den Werdegang einer impulsiven Aktivistin mit viel Gefühl für Gerechtigkeit nachzeichnet.

Geboren in die Schmuckindustrie, aber mit wenig Hintergrundwissen ausgestattet, dreht sich vordergründig alles um ein Umdenken im Goldabbau. Doch die Probleme und ihre Lösungen, die zu Tage gefördert werden, sind im Grunde generisch. Dadurch entsteht ein Leitfaden für Aktivisten mit Fokus Mensch statt Natur: Was funktioniert tatsächlich und was nicht. Geradezu paradox mag einem dazu der Schlüssel zum Erfolg erscheinen. Denn immer wieder wird "das System" kritisiert. Und doch hat die Autorin den Durchbruch durch die finanzielle Bildung der gebeutelten Bergarbeiter geschafft: arbeiten, sparen, reinvestieren - das kleine Einmaleins des Kapitalismus.

Wer hingegen ein klares Sachbuch erwartet, muss auf Enttäuschung gefasst sein. Denn dieses Buch ist vor allem eins: ein Prozess, bei dem wir zusehen können, wie die Autorin ihre Gedanken ordnet. Entsprechend sprunghaft ist das Ergebnis. So heißt es über Gold: "Man vermutet, dass es beim Urknall, also dem Ursprung unseres Planeten, entstanden ist." Ein Satz, an dem einfach alles falsch ist - es sei denn, derartige Vermutungen erzählt man sich tatsächlich in der Welt der (zu) Reichen und Schmuckbehängten. Und so beschleicht einen das Gefühl, das hier an einer unabhängigen Prüfung gespart wurde. Ein professionelles Lektorat hätte mehr Klarheit schaffen können, ein entsprechender Buchsatz sollte keinen fehlenden Punkt oder eine Zeile, die mit einem Komma beginnt, durchgehen lassen. Vielleicht verzeihlich, stellt es die weiteren präsentierten Fakten für mich doch in ein zweifelhaftes Licht.