Wunderbar

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meinejule Avatar

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Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello hat mich auf eine ganz ruhige Art berührt – fast so, dass ich es beim Lesen gar nicht sofort gemerkt habe. Es ist kein Buch, das mich überwältigt oder mitreißt, sondern eher eines, das sich langsam entfaltet und dabei etwas in mir anstößt.

Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, als würde ich gemeinsam mit der Protagonistin langsamer werden. Ihre Gedanken, ihre kleinen Schritte, ihr Zögern – das kam mir erstaunlich nah vor. Nicht, weil ich exakt das Gleiche erlebt habe, sondern weil ich dieses vorsichtige Sich-selbst-Wiederannähern gut nachvollziehen konnte.

Besonders hängen geblieben sind bei mir diese stillen Momente: ein Essen, ein kurzer Gedanke, ein Innehalten. Dinge, die im Alltag oft untergehen, bekommen hier plötzlich Gewicht. Und genau das hat bei mir etwas ausgelöst – dieses Gefühl, dass Veränderung nicht laut sein muss, sondern manchmal ganz leise beginnt.

Die Atmosphäre in Italien hat für mich wie ein Gegenpol gewirkt: warm, leicht, fast ein bisschen tröstlich. Pasta und Limoncello stehen für mich nach dem Lesen nicht nur für Genuss, sondern auch dafür, sich selbst wieder etwas zu erlauben – ohne Druck, ohne Erwartungen.

Was ich an dem Buch besonders schätze: Es zwingt einen zu nichts. Es gibt keine großen Antworten und keine schnellen Lösungen. Stattdessen lässt es Raum. Und genau dieser Raum hat mir gutgetan.

Für mich war es kein Buch, das ich „verschlungen“ habe – sondern eines, bei dem ich immer wieder innegehalten habe. Und vielleicht ist genau das seine größte Stärke.