Informativ und anschaulich erzählt

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Familie Kadi macht Ferien auf dem Bauernhof. Tochter Charlie und Sohn Tino freuen sich und unternehmen zusammen mit ihren Eltern oder den Kindern der Landwirte, Fenna und Matz, interessante Ausflüge und Besichtigungen. Eine schöne Übersicht über das Dorf Mommelbeck sowie die Abbildung der wichtigsten Personen finden sich auf den ersten Seiten, sodass die kleinen und großen Leser immer mal wieder nachschauen können. Schön ist, dass hier auf Diversität geachtet wurde: Die Mutter Nora ist schwarz, der Vater stammt aus Algerien. Das wird an verschiedenen Stellen ganz nebenbei angesprochen, z.B., dass Tino sich beim Sommerfest kurz unwohl fühlt – er muss schon Ausgrenzungen erlebt haben.
Sehr schön anschaulich werden Charlie und Tino durch die verschiedenen Bereiche der Landwirtschaft geführt. Dazu ist das Buch in 15 Kapitel aufgeteilt, die jeweils eine abgeschlossene Episode darstellen. Da wird Gemüse geerntet, ein Milchhof besucht, es werden Biokisten gepackt und vieles mehr. Die Autorin führt die Kinder mit großer Sachkenntnis durch die Themen, auch der Unterschied zwischen biologischer und konventioneller Landwirtschaft wird deutlich – aber braucht es den Begriff wirklich für diese Altersgruppe? Das alles geht über das hinaus, was in ähnlichen Büchern zu finden ist, hier werden eben nicht nur Schäfchen oder Kälbchen gestreichelt, sondern die Kinder erfahren auch von Kälberiglus, in denen die jungen Tiere aufwachsen, wenn sie bald nach der Geburt von der Mutterkuh getrennt werden. Die sich daraus ergebenden Fragen werden einfühlsame Kinder wohl stellen. Warum das Milchkarussell aber diese Form hat, bleibt offen. Aufgelockert wird das Buch immer wieder durch lustige und fröhliche Ereignisse, so zum Beispiel die Laufente Gerda, die dem Großvater öfter mal entwischt.
Schön ist auch das Kapitel über das Mühlencafé, in dem die Kinder viel über das Getreide und dessen Verarbeitung lernen und das Mahlen und Backen gleich ausprobieren.
Insgesamt ein sehr gelungenes Buch, allerdings mit Ausnahme der Illustrationen. Diese sind recht lieblos geraten, die Personen haben stereotyp die Münder halb offen, die Mundwinkel gehen mal mehr, mal weniger nach oben. Emotionen sind nicht zu erkennen. Das ist so undifferenziert, dass es KI-generiert wirkt.
Daher ein Abzug von einem Stern.