Ein bewegtes Leben

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jens1991 Avatar

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Inmitten der Schweizer Alpen, genauer gesagt in Frauenkirch, lebt der Maler Ernst Ludwig Kirchner im Jahr 1936. Als einer der bedeutendsten Vertreter des Expressionismus sieht er sich zunehmend der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt, die seine Kunst als entartet diffamieren. An seiner Seite steht Erna Schilling, die in enger Verbundenheit seinen Alltag organisiert und ihn pflegt. Während sich die politische Lage in Deutschland immer weiter zuspitzt, gerät auch das Leben im Exil zunehmend unter Druck. Denn sowohl Kirchner als auch Erna kämpfen mit ihren ganz persönlichen Dämonen.

Mit seinem Debütroman „Wildboden“ erzählt Constantin Lieb von den letzten Lebensjahren Ernst Ludwig Kirchners und seiner Lebensgefährtin Erna Schilling, die später auch seine Nachlassverwalterin wird. Mit feinem Gespür schildert Lieb das Menschsein in dunklen Zeiten und zeigt, wie aus Verlust neue Stärke erwachsen kann, die den Weg in ein selbstbestimmtes Leben ebnet und zugleich das Werk eines außergewöhnlichen Künstlers für die Nachwelt bewahrt. Dabei behandelt er sowohl Kirchners Morphiumsucht als auch die politischen Entwicklungen in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg schonungslos. Die Sprache ist schnörkellos und präzise. Gleichzeitig bleiben die Figuren rund um Kirchner und Schilling stellenweise etwas blass, wodurch eine gewisse Distanz zu den Leser:innen entsteht. Insgesamt ist Wildboden jedoch ein durchaus eindrücklicher Roman über eine außergewöhnliche Liebe in schweren Zeiten.