Eindringlich

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„Wildboden“ von Constantin Lieb ist ein eindringlicher Roman über den Künstler Ernst Ludwig Kirchner, der gekonnt historische Fakten mit erzählerischer Tiefe verbindet. Besonders reizvoll ist die Verortung in der Schweiz während des aufkommenden Nationalsozialismus – eine Zeit, die von unterschwelliger Spannung und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt ist und im Buch atmosphärisch dicht eingefangen wird.

Kirchner selbst erscheint dabei als schwierige, teils unsympathische Figur: egozentrisch, verletzlich und oft in sich gefangen. Gerade diese ambivalente Darstellung macht ihn jedoch glaubwürdig. Einen starken Gegenpol bildet Erna, die mit ihrer ruhigen, beständigen Art überzeugt und emotional berührt.

Lieb gelingt es, Kunst, Zeitgeschichte und persönliche Abgründe miteinander zu verweben. Einige Passagen wirken etwas langatmig, dennoch bleibt der Roman insgesamt fesselnd und gedanklich nachwirkend.