eine leise liebesgeschichte

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sleepinthegvrdn Avatar

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ich bin ziemlich ruhig in diese geschichte reingekommen aber relativ schnell hatte ich dieses gefühl das hier nicht nur eine beziehung erzählt wird sondern auch eine ganze zeit die sich immer mehr verdunkelt. diese kombination aus persönlichem rückzug und politischer bedrohung hat bei mir direkt so eine schwere aber interessante stimmung erzeugt. was mich beim lesen besonders beschäftigt hat ist die bindung zwischen erna und ernst ludwig kirchner. es wirkt weniger wie eine klassische liebesgeschichte sondern eher wie ein leben das komplett ineinander verschränkt ist.. mit allem schönen aber auch allem belastenden. ich hatte oft das gefühl das erna viel mehr trägt als sie eigentlich tragen kann. die alpenkulisse hat für mich eine große rolle gespielt, nicht nur als hintergrund sondern fast wie ein stiller gegenspieler. diese abgeschiedenheit macht vieles intensiver weil es keinen richtigen ausweg zu geben scheint und alles sehr konzentriert auf diesen kleinen lebensraum wirkt. je länger ich gelesen habe desto mehr ist dieses gefühl von druck und unausweichlichkeit in den vordergrund gerückt. nicht laut, eher so unterschwellig aber konstant da. irgendwie ist bei mir vor allem diese melancholische atmosphäre hängen geblieben, dieses leben zwischen nähe, erschöpfung und dem versuch trotzdem irgendwie weiterzumachen. wer ruhige atmosphärische historische romane mag die stark über beziehung und stimmung funktionieren wird hier ziemlich sicher etwas finden das nachwirkt!