Einfühlsam und zugleich eindringlich
Wie begegnet man einem Künstler, dessen Bilder nicht sofort reine Freude und Wohlwollen auslösen? Zudem einem Mann, dessen innere Zerrissenheit sich durchaus in der Gestaltung seiner Werke, seien es Gemälde, Holzschnitte oder Skulpturen zum Ausdruck kommt?
Das Buchcover wirkt vergleichsweise harmlos, wenngleich stimmungsvoll, angesichts der Farbvariantionen, des Blicks aus der Enge eines Hauses in eine freundliche Umgebung und der künstlerischen Gestaltung allgemein.
Die Szenerie täuscht allerdings und schnell wird klar, welche Dramatik sich hinter der Haustüre entwickelt. Dies beginnt schon mit der Eingangspassage und aus der Sicht eines namenlosen Erzählers, der buchstäblich mit der Türe ins Haus fällt und von Dunkelheit umgeben wird.
Ernst Ludwig Kirchner und seine Lebensgefährtin leben zusammen im Wildbodenhaus, allerdings nicht wie ein Paar, das sich auf Augenhöhe begegnet, das in Liebe und Vertrautheit miteinander verbunden ist und mit gegenseitiger Zugewandtheit. Es fällt daher schwer, Sympathie für zumindest eine der Hauptpersonen zu entwickeln, weil das Ungleichgewicht der Beziehung aus jeder Seite deutlich herauszulesen ist. Dennoch entwickelt der Autor nachvollziehbare Charaktere, gefangen von inneren und äußeren Dämonen, nachhaltig beeinflusst von der politischen Entwicklung in Deutschland und - das verwundert - auch in der Schweiz.
Man kann neben den biographischen Daten also durchaus eine gute Portion Zeitgeschichte aufnehmen und den Einfluss auf direkt Betroffene nachvollziehen.
Dass es ein vorhersehbares Ende geben würde, war von Anfang an kein Geheimnis, dennoch empfand ich jede Seite, auf der sich das Drama entwickelt hat, als gelungen. Insbesondere die Sprache hat mir außerordentlich gefallen. Lediglich bei einigen Dialogen hatte ich das Gefühl, sie wären dem heutigen Sprachgebrauch entnommen, aber das schmälert den positiven Eindruck des Buches keineswegs.
Für mich ist WILDBODEN ein absolut lesenswertes Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen würde. Auch für Menschen, die sich mit Kunst (bisher) wenig bis gar nicht beschäftigt haben.
Das Buchcover wirkt vergleichsweise harmlos, wenngleich stimmungsvoll, angesichts der Farbvariantionen, des Blicks aus der Enge eines Hauses in eine freundliche Umgebung und der künstlerischen Gestaltung allgemein.
Die Szenerie täuscht allerdings und schnell wird klar, welche Dramatik sich hinter der Haustüre entwickelt. Dies beginnt schon mit der Eingangspassage und aus der Sicht eines namenlosen Erzählers, der buchstäblich mit der Türe ins Haus fällt und von Dunkelheit umgeben wird.
Ernst Ludwig Kirchner und seine Lebensgefährtin leben zusammen im Wildbodenhaus, allerdings nicht wie ein Paar, das sich auf Augenhöhe begegnet, das in Liebe und Vertrautheit miteinander verbunden ist und mit gegenseitiger Zugewandtheit. Es fällt daher schwer, Sympathie für zumindest eine der Hauptpersonen zu entwickeln, weil das Ungleichgewicht der Beziehung aus jeder Seite deutlich herauszulesen ist. Dennoch entwickelt der Autor nachvollziehbare Charaktere, gefangen von inneren und äußeren Dämonen, nachhaltig beeinflusst von der politischen Entwicklung in Deutschland und - das verwundert - auch in der Schweiz.
Man kann neben den biographischen Daten also durchaus eine gute Portion Zeitgeschichte aufnehmen und den Einfluss auf direkt Betroffene nachvollziehen.
Dass es ein vorhersehbares Ende geben würde, war von Anfang an kein Geheimnis, dennoch empfand ich jede Seite, auf der sich das Drama entwickelt hat, als gelungen. Insbesondere die Sprache hat mir außerordentlich gefallen. Lediglich bei einigen Dialogen hatte ich das Gefühl, sie wären dem heutigen Sprachgebrauch entnommen, aber das schmälert den positiven Eindruck des Buches keineswegs.
Für mich ist WILDBODEN ein absolut lesenswertes Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen würde. Auch für Menschen, die sich mit Kunst (bisher) wenig bis gar nicht beschäftigt haben.