Kunst in politisch brisanten Zeiten
Es sind die letzten Lebens- und Schaffensjahre Ernst Ludwig Kirchners, die er mit seiner Partnerin Erna Schilling auf dem Wildboden in den Schweizer Bergen oberhalb von Davos verbringt. Die Szenerie ist so eindrucksvoll wie erdrückend, markante Berge, ausdrucksstarkes Licht, aber auch bedrohliche Unwetter, kalte, an der Gesundheit und Zuversicht nagende Wintermonate.
Während Kirchner am und für das Werk arbeitet, wird dies auf ihre Weise auch von Erna erwartet. Sie ist seine Muse, seine Haushälterin, seine Sekretärin, seine Pflegerin - und zugleich ein eigener Mensch, der gerne für die Kunst lebt, aber unter der Bergeinsamkeit und den Launen des Ausnahmekünstlers auf ihre Art leidet.
Überlagert wird die Situation zusätzlich durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten, die im Haushalt Kirchner schon lange gesehen wurde, gleichwohl aber zu einer zusätzlichen Nervosität und Unsicherheit führt.
"Wildboden" ist ein Roman über einen kompromisslosen Künstler (gegen sich und andere) und eine Frau, die es dennoch mit ihm aushält, ja aushalten möchte. Constantin Lieb zeigt die Genialität, die Abhängigkeit (von Drogen, von der Partnerschaft) und zugleich die Fragilität der Balance im Kleinen wie im politischen Großen. Der Roman ist pointiert und insgesamt lesenswert; die Essenz der Kunst wird auch in den Dialogen, auch in scheinbaren Banalitäten deutlich. Über allem hängt jedoch eine unglaubliche Traurigkeit und Depression, die das Lesen bei aller sprachlichen Virtuosität nicht nur zum Vergnügen macht.
Während Kirchner am und für das Werk arbeitet, wird dies auf ihre Weise auch von Erna erwartet. Sie ist seine Muse, seine Haushälterin, seine Sekretärin, seine Pflegerin - und zugleich ein eigener Mensch, der gerne für die Kunst lebt, aber unter der Bergeinsamkeit und den Launen des Ausnahmekünstlers auf ihre Art leidet.
Überlagert wird die Situation zusätzlich durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten, die im Haushalt Kirchner schon lange gesehen wurde, gleichwohl aber zu einer zusätzlichen Nervosität und Unsicherheit führt.
"Wildboden" ist ein Roman über einen kompromisslosen Künstler (gegen sich und andere) und eine Frau, die es dennoch mit ihm aushält, ja aushalten möchte. Constantin Lieb zeigt die Genialität, die Abhängigkeit (von Drogen, von der Partnerschaft) und zugleich die Fragilität der Balance im Kleinen wie im politischen Großen. Der Roman ist pointiert und insgesamt lesenswert; die Essenz der Kunst wird auch in den Dialogen, auch in scheinbaren Banalitäten deutlich. Über allem hängt jedoch eine unglaubliche Traurigkeit und Depression, die das Lesen bei aller sprachlichen Virtuosität nicht nur zum Vergnügen macht.