Kunst, Krieg und Einsamkeit
Wildboden von Constantin Lieb ist kein Roman, den man einfach nebenbei liest. Das Buch basiert u.a. auf Tagebucheinträgen, Briefen und Fotografien von Ernst Ludwig Kirchner und seiner Lebensgefährtin Erna Schilling und bewegt sich bewusst zwischen historischen Quellen und literarischer Fiktion. Was genau dokumentiert und was ergänzt wurde, bleibt offen – und genau das macht einen Teil seines Reizes aus.
Besonders gefallen hat mir die ungewöhnliche Struktur. Das Buch verzichtet auf klassische Kapitel und ist stattdessen in drei größere Teile gegliedert, dadurch ließ es sich für mich überraschend angenehm lesen.
Mit dem Schreibstil habe ich anfangs allerdings gehadert. Er ist sehr poetisch und ungewöhnlich, sodass ich erst hineinfinden musste. Je weiter ich gelesen habe, desto mehr konnte ich mich darauf einlassen. Am Ende mochte ich diese Sprache sogar sehr, weil sie so eigenständig ist und sich kaum mit anderen Büchern vergleichen lässt.
Die Geschichte wird überwiegend aus der Perspektive von Erna Schilling erzählt, wechselt aber gelegentlich auch zu Ernst Ludwig Kirchner. Beide Figuren wirken von tiefer Einsamkeit geprägt und stehen unter einer enormen psychischen Belastung. Gerade diese innere Zerrissenheit zieht sich durch das gesamte Buch.
Sehr eindrücklich fand ich die allgegenwärtige Angst vor dem Krieg und vor dem Nationalsozialismus. Das Gefühl, Freundschaften und Familie an die Ideologie zu verlieren, die eigene Ohnmacht und gleichzeitig der Versuch, irgendwie dagegenzuhalten, haben mich nachhaltig beschäftigt.
Auch Kirchners Kunst spielt eine große Rolle. Interessant fand ich, dass die Werke selten verklärt werden. Stattdessen schwingen oft Zweifel, Unzufriedenheit und Selbstkritik mit. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir das unvollendete Gemälde der Schafherde, das am Ende auf dem Wildboden – dem Haus der beiden und Namensgeber des Buches – zurückbleibt.
Ob ich das Buch uneingeschränkt empfehlen würde, fällt mir schwer zu beantworten. Hätte ich vorher gewusst, wie es aufgebaut ist und wie poetisch es erzählt wird, hätte ich vermutlich gar nicht dazu gegriffen. Im Nachhinein bin ich aber froh, dass ich es gelesen habe. Es ist ein besonderes, forderndes Buch, das viel Raum für eigene Gedanken lässt und sicher nicht jede Leserin und jeden Leser anspricht – gerade deshalb wird es mir aber noch eine Weile im Kopf bleiben.
Besonders gefallen hat mir die ungewöhnliche Struktur. Das Buch verzichtet auf klassische Kapitel und ist stattdessen in drei größere Teile gegliedert, dadurch ließ es sich für mich überraschend angenehm lesen.
Mit dem Schreibstil habe ich anfangs allerdings gehadert. Er ist sehr poetisch und ungewöhnlich, sodass ich erst hineinfinden musste. Je weiter ich gelesen habe, desto mehr konnte ich mich darauf einlassen. Am Ende mochte ich diese Sprache sogar sehr, weil sie so eigenständig ist und sich kaum mit anderen Büchern vergleichen lässt.
Die Geschichte wird überwiegend aus der Perspektive von Erna Schilling erzählt, wechselt aber gelegentlich auch zu Ernst Ludwig Kirchner. Beide Figuren wirken von tiefer Einsamkeit geprägt und stehen unter einer enormen psychischen Belastung. Gerade diese innere Zerrissenheit zieht sich durch das gesamte Buch.
Sehr eindrücklich fand ich die allgegenwärtige Angst vor dem Krieg und vor dem Nationalsozialismus. Das Gefühl, Freundschaften und Familie an die Ideologie zu verlieren, die eigene Ohnmacht und gleichzeitig der Versuch, irgendwie dagegenzuhalten, haben mich nachhaltig beschäftigt.
Auch Kirchners Kunst spielt eine große Rolle. Interessant fand ich, dass die Werke selten verklärt werden. Stattdessen schwingen oft Zweifel, Unzufriedenheit und Selbstkritik mit. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir das unvollendete Gemälde der Schafherde, das am Ende auf dem Wildboden – dem Haus der beiden und Namensgeber des Buches – zurückbleibt.
Ob ich das Buch uneingeschränkt empfehlen würde, fällt mir schwer zu beantworten. Hätte ich vorher gewusst, wie es aufgebaut ist und wie poetisch es erzählt wird, hätte ich vermutlich gar nicht dazu gegriffen. Im Nachhinein bin ich aber froh, dass ich es gelesen habe. Es ist ein besonderes, forderndes Buch, das viel Raum für eigene Gedanken lässt und sicher nicht jede Leserin und jeden Leser anspricht – gerade deshalb wird es mir aber noch eine Weile im Kopf bleiben.