Schreibstil top, Charaktere und Stimmung naja
Von der Konzeption des Covers war ich gleich gepackt; dieser Gemäldestil in Kombination mit dem Spiel von Licht und Schatten ist einfach sehr eindrücklich und passt ja auch (zumindest von der Grundidee her) zu der Welt in der wir uns hier befinden. Auch wenn ich leider gestehehen muss, dass mich die Stimmung nicht wirklich abholen konnte. Der Schreibstil ist zwar wirklich gelungen, man kann sich die Gegebenheiten sehr gut vorstellen, aber für mich blieb dieser "Sog", den man sich bei Bücher schon immer wünscht leider aus. Von meiner persönlichen Wahrnehmung her würde ich das hier vor allem an den Charakteren festmachen, mit denen ich leider so gar nicht warmgeworden bin. Der Wahn und zeitweise aber auch Ekstase des Künstlers sind im Gegensatz zu der häufig auch sehr tristen Umgebung zwar gut getroffen, es passt auch mit dem Cover sehr gut zusammen, aber trotzdem fehlte mir das wirklich mitreißende Element. Vielleicht liegt das teilweise auch daran, dass der Fokus schon sehr stark auf kunstgeschichtlichen und allgemein historischen Faktoren (die Geschichte basiert ja auch auf tatsächlichen Dokumenten) liegt und dass die Fiktionalisierung einfach mMn. noch etwas ausgeprägter hätte sein dürfen um ein für mich spannendes Buch zu beschreiben. Für all diejenigen, die aber genau diesen (kunst)geschichtlichen Ansatz und ausschweifende Landschaftsbeschreibungen gerne lesen, kann ich mir schon vorstellen, dass es ein gutes Buch ist. Gerade eben auch weil mir der Schreibstil schon gefallen hat, nur halt das was beschreiben wurde mich nicht wirklich abholen konnte.