Schwere Kost

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Dieses kleine, nicht besonders dicke Buch lässt mich etwas ratlos zurück. Im Mittelpunkt steht der Künstler Ernst Ludwig Kirchner und dessen Lebensgefährtin Erna. Die Beziehung der beiden war wohl einmal von Anziehung und vielleicht auch Liebe geprägt, was sie jetzt noch verbindet, erschließt sich mir nicht so recht. Da ist der zunehmende Verfall des Malers, der auch auf seinen Drogenkonsum zurückzuführen ist. Erna wird gebraucht und kann sich aus dieser Beziehung nicht befreien. Es gibt auch wenige enge und innige Momente zwischen beiden, über weite Strecken ist das Miteinander aber von Abhängigkeit, Bewunderung, Gewöhnung und teilweise auch Erniedrigung gekennzeichnet. Beide Figuren kommen mir nicht nah, sie bleiben fremd und unnahbar. Der Wahn des Künstlers, die Enge und teilweise triste Umgebung in den Schweizer Bergen, die politischen Umstände und schrecklichen Zustände in Deutschland, das alles ist gut auf den Punkt gebracht. Der Schreibstil ist auch der Grund, warum ich das Buch zu Ende lese und nicht abbreche. Die Handlung und die Figuren können mich einfach nicht packen. Wer am Ende für den Tod Kirchners verantwortlich ist? Es interessiert mich nicht mehr. Schade. Ich hatte mir hier mehr versprochen.