Sprachlich toll, erzählerisch distanziert

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kleserchen Avatar

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"Wildboden" ist der erste Roman des Drehbuchautors Constantin Lieb, und basiert auf einem Teil der Geschichte von Ernst Ludwig Kirchner und seiner Partnerin Erna Schilling, nämlich dem Zeitraum kurz vor seinem Tod. Beide leben abgeschieden und zurückgezogen bei Frauenkirch in der Schweiz und sind auch nach Jahren noch Fremde für die Einheimischen. Erna ist immer wieder mit den Launen ihres langjährigen Partners konfrontiert, mit seinen psychischen Problemen und seiner Schmerzmittelabhängigkeit.
Liebs Sprache ist klar, literarisch, fein gewebt und auf den Punkt, es ist wirklich eine Freude, sie zu lesen. Und auch die Atmosphäre des Romans ist spürbar, die Beklemmung wächst und verdichtet sich zum Ende hin, das ist handwerklich toll! Leider bin ich nicht wirklich an die Figuren herangekommen, beide sind mir am Ende des Textes noch fremd wie am Anfang, ich konnte mich nicht mit ihnen identifizieren, was ich sehr schade fand. Literarisch toll, emotional ließ die Geschichte mich leider unberührt.