Berührend und doch amüsant

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rflieder Avatar

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Wie schon „22 Bahnen“ ist die Fortsetzung „Windstärke 17“ ein berührender Roman. Während im ersten Buch die ältere Schwester Tilda Hauptperson ist, die es schafft, dank ihrer intellektuellen Fähigkeiten ihrer Kleinfamilie mit einer alkoholkranken Mutter zu entkommen, geht es im zweiten Buch um die jüngere Schwester Ida. Sie leidet unter dem Suizid ihrer Mutter, an dem sie sich mitschuldig fühlt, weil sie mit ihrer Freundin in Prag war, als er geschah. Aus dem Bauch heraus fährt Ida schwarz mit der Bahn an die Ostsee, wo sie durch einen glücklichen Zufall Fuß fasst.
Der Schreibstil ist der gleiche wie in „22 Bahnen“, originell wie ich finde, zumindest habe ich Ähnliches vorher nicht gelesen. Er gibt die Zerrissenheit von Ida wider, die nicht weiß, was sie wirklich will. Gefallen hat mir die oft vorkommende Situationskomik, ich habe trotz der insgesamt traurigen Geschichte lange nicht mehr beim Lesen eines Buchs so gelacht. Auch wenn es sich vielleicht um einen Unterhaltungsroman handelt (warum lese ich denn eigentlich einen Roman, will ich mich langweilen, neue Erkenntnisse gewinnen oder unterhalten werden?), kann ich die Kritik (teils renommierter) Literaturkritiker nur teilweise nachvollziehen. Ich meine schon, dass Wahl die Personen ernst nimmt. Mich haben doch einige Passagen des Buchs zum Nachdenken angeregt.
Zugeben muss ich, dass ich nach zwei Büchern mit diesem Schreibstil erst einmal anderes lesen muss.