Winterwölfe

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maedchenausberlinliest Avatar

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Düster, kalt und gnadenlos: Winterwölfe hat mich komplett in den Winter des Jahres 1346 gezogen. Nach der Schlacht von Crécy wollen die Essex Dogs eigentlich nur noch nach Hause – aber stattdessen wartet die brutale Belagerung von Calais. Und die hat es in sich. Hunger, Kälte, Hoffnungslosigkeit und immer wieder die Frage: Wofür kämpfen wir hier eigentlich?
Dan Jones schafft es erneut, das Mittelalter unglaublich roh und real wirken zu lassen. Keine Heldengeschichten, sondern erschöpfte Söldner, die langsam zu „einsamen Wölfen“ werden. Besonders spannend fand ich die neuen Figuren und Nebenhandlungen: die flämische Söldnerin Squelette mit ihrem Rachedurst, Romfords gefährliche Flucht und das ständige Gefühl, dass sich im Hintergrund etwas Unheilvolles zusammenbraut.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft, fast wie ein Film – kurze Szenen, schnelle Wechsel, viel Atmosphäre. Manchmal zieht sich die Trostlosigkeit etwas, aber genau das passt auch zur monatelangen Belagerung.
Fazit: Ein düsterer, intensiver Historienroman, der weh tut, aber hängen bleibt. Kein Wohlfühlbuch, dafür umso eindringlicher. Perfekt für alle, die Geschichte lieber dreckig als romantisch mögen.