3 von 5 Sternen. Und ich würde trotzdem wieder reinschauen.
Ich komme zu diesem Buch mit echtem Interesse am Thema und echten Vorbehalten am Ende. Beides ist berechtigt.
Elisabeth Sandmann erzählt von Pat, einer alten Frau, die nach Jahrzehnten des Schweigens gebeten wird, über ihre Vergangenheit zu sprechen. Was folgt, ist eine Geschichte über Frauen im besetzten Paris, die im Untergrund kämpften, Sabotageakte verübten, Funkkontakte hielten und ihr Leben riskierten, während die Welt sie ignorierte oder unterschätzte. Das Thema hat mich sofort.
Die historischen Passagen rund um Pat und die Frauen des Widerstands sind das klare Herzstück des Romans. Sie sind atmosphärisch, dicht erzählt und fühlen sich trotz der zeitlichen Distanz erschreckend real an. Es gibt Momente, in denen ich das Buch weglegen musste, um das Gelesene sacken zu lassen. Das ist kein kleines Kompliment.
Was mich gebremst hat, ist die Gegenwart. Gwen, die Moderatorin, die den Auftrag erhält, ein Buch über ihre Großmutter zu schreiben, bleibt für mich als Figur zu dünn. Ihr Weg in die Geschichte fühlt sich streckenweise wie ein narratives Werkzeug an, nicht wie eine eigenständige Erzählung. Der Einstieg mit dem Buchauftrag wirkte auf mich konstruiert, zu glatt, zu funktional. Das hat mein Vertrauen in die Geschichte kurz erschüttert, gerade am Anfang, wenn man noch nicht weiß, ob man dranbleibt.
Dazu kommen die vielen Namen und die kapitelweisen Zeitsprünge. Ich bin kein Mensch, der Zeitebenen grundsätzlich scheut, aber hier hat mich die Fülle an Figuren immer wieder etwas aus dem Rhythmus gebracht. Ein Personenverzeichnis wäre ein echtes Geschenk gewesen.
Mein Fazit: Für alle, die historische Frauengeschichte lieben und sich für den Zweiten Weltkrieg und den Widerstand interessieren, ist das Buch eine Empfehlung, aber mit dem Hinweis, die erste Hälfte etwas geduldiger anzugehen. Wer starke Figurenentwicklung und elegante Konstruktion erwartet, könnte enttäuscht werden. Wer für das Thema brennt, wird trotzdem belohnt.
3 von 5 Sternen, mit ehrlicher Ambivalenz.
Elisabeth Sandmann erzählt von Pat, einer alten Frau, die nach Jahrzehnten des Schweigens gebeten wird, über ihre Vergangenheit zu sprechen. Was folgt, ist eine Geschichte über Frauen im besetzten Paris, die im Untergrund kämpften, Sabotageakte verübten, Funkkontakte hielten und ihr Leben riskierten, während die Welt sie ignorierte oder unterschätzte. Das Thema hat mich sofort.
Die historischen Passagen rund um Pat und die Frauen des Widerstands sind das klare Herzstück des Romans. Sie sind atmosphärisch, dicht erzählt und fühlen sich trotz der zeitlichen Distanz erschreckend real an. Es gibt Momente, in denen ich das Buch weglegen musste, um das Gelesene sacken zu lassen. Das ist kein kleines Kompliment.
Was mich gebremst hat, ist die Gegenwart. Gwen, die Moderatorin, die den Auftrag erhält, ein Buch über ihre Großmutter zu schreiben, bleibt für mich als Figur zu dünn. Ihr Weg in die Geschichte fühlt sich streckenweise wie ein narratives Werkzeug an, nicht wie eine eigenständige Erzählung. Der Einstieg mit dem Buchauftrag wirkte auf mich konstruiert, zu glatt, zu funktional. Das hat mein Vertrauen in die Geschichte kurz erschüttert, gerade am Anfang, wenn man noch nicht weiß, ob man dranbleibt.
Dazu kommen die vielen Namen und die kapitelweisen Zeitsprünge. Ich bin kein Mensch, der Zeitebenen grundsätzlich scheut, aber hier hat mich die Fülle an Figuren immer wieder etwas aus dem Rhythmus gebracht. Ein Personenverzeichnis wäre ein echtes Geschenk gewesen.
Mein Fazit: Für alle, die historische Frauengeschichte lieben und sich für den Zweiten Weltkrieg und den Widerstand interessieren, ist das Buch eine Empfehlung, aber mit dem Hinweis, die erste Hälfte etwas geduldiger anzugehen. Wer starke Figurenentwicklung und elegante Konstruktion erwartet, könnte enttäuscht werden. Wer für das Thema brennt, wird trotzdem belohnt.
3 von 5 Sternen, mit ehrlicher Ambivalenz.