Agentinnen im zweiten Weltkrieg.
Das Hörbuch "Wir dachten, das Leben kommt noch" aus der Feder von Elisabeth Sandmann ist dem Genre historischer Roman zuzuordnen. Die Sprecherin ist Elisabeth Günther. Sie erweist sich als große Stärke dieses Hörbuchs. Mit ruhiger, klarer Stimme und viel Gespür für Zwischentöne verleiht sie den Figuren Tiefe und Glaubwürdigkeit. Besonders Pats innere Zerrissenheit und die Schwere ihrer Erinnerungen transportiert sie sehr eindringlich. Die Sprecherin schafft es, sowohl die Spannung der gefährlichen Einsätze als auch die leisen, emotionalen Momente überzeugend hörbar zu machen, ohne je zu pathetisch zu wirken.
Der Erzählfluss ist insgesamt ruhig, stellenweise fast nüchtern. Das Hörbuch entfaltet seine Wirkung weniger durch rasante Action als durch Atmosphäre, Erinnerungen und die allmähliche Offenlegung der Vergangenheit. Die Wechsel zwischen den Zeitebenen verlangen jedoch viel Aufmerksamkeit. Besonders die Passagen aus der Vergangenheit entwickeln einen starken Sog und sorgen für Spannung. Der Gegenwartsstrang wirkt oft ein bisschen fade und langatmig.
Worum gehts: Im Mittelpunkt der Handlung steht Pat, eine ältere Frau, deren Vergangenheit jahrzehntelang von Schweigen geprägt war. Als sie unerwartet von der BBC-Moderatorin Gwen kontaktiert wird, gerät dieses Schweigen ins Wanken. Gwen recherchiert über Frauen im Widerstand während der deutschen Okkupation Frankreichs und stößt dabei nicht nur auf die Geschichte ihrer eigenen Großmutter, sondern auch auf Pats geheimes Leben. Nach und nach offenbart sich eine Welt mutiger Frauen, die als Agentinnen Sabotage verübten, Funksprüche übermittelten und ständig in Lebensgefahr schwebten. Die Reise nach Paris und die Konfrontation mit alten Erinnerungen werden für Pat zum Wendepunkt, an dem sie sich ihrer Vergangenheit stellen muss. ...
Elisabeth Sandmann schreibt sachlich, präzise und spürbar gut recherchiert. Ihr Stil ist eher zurückhaltend als emotional ausschweifend. Im Zentrum steht weniger die Dramatisierung einzelner Ereignisse als vielmehr die Frage, wie weit Widerstand gehen darf – und welche Spuren er im Leben der Beteiligten hinterlässt. Besonders wichtig ist der Autorin, den Frauen der Résistance eine Stimme zu geben und sie aus dem Schatten der Geschichtsschreibung zu holen.
Der Roman ist aus wechselnden Perspektiven erzählt und bewegt sich auf mehreren Zeitebenen. Neben der Gegenwart, in der Gwen recherchiert, gibt es umfangreiche Rückblicke in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, vor allem in die frühen 1940er Jahre. Diese Rückblenden bilden den emotionalen und inhaltlichen Kern der Geschichte und sind deutlich spannender als der Gegenwartsstrang.
Pat ist eine vielschichtige Hauptfigur, deren Entwicklung besonders berührt. Vom verschlossenen, von Erinnerungen belasteten Menschen wandelt sie sich langsam zu jemandem, der bereit ist, das Erlebte auszusprechen. Gwen fungiert als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart und als Katalysator für Pats Erinnerungsprozess. Auch die Nebenfiguren, insbesondere die Frauen des Widerstands, bleiben trotz der Vielzahl an Namen eindrucksvoll und zeigen, welchen Mut und welche Opfer diese Zeit erforderte.
Das Hörbuch "Wir dachten, das Leben kommt noch" ist kein leichtes oder actionreiches Hörbuch, sondern ein ruhiger, nachdenklicher Roman mit großer historischer Bedeutung. Wer sich für Geschichte, insbesondere für die Rolle von Frauen im Widerstand, interessiert, wird hier viel entdecken. Die ausgezeichnete Sprecherleistung von Elisabeth Günther wertet das Hörbuch zusätzlich auf. Trotz kleiner Längen im Gegenwartsstrang kann ich das Hörbuch empfehlen – vor allem Hörerinnen und Hörern, die realistisch erzählte historische Stoffe schätzen und bereit sind, sich auf eine anspruchsvolle, tiefgründige Geschichte einzulassen.
Der Erzählfluss ist insgesamt ruhig, stellenweise fast nüchtern. Das Hörbuch entfaltet seine Wirkung weniger durch rasante Action als durch Atmosphäre, Erinnerungen und die allmähliche Offenlegung der Vergangenheit. Die Wechsel zwischen den Zeitebenen verlangen jedoch viel Aufmerksamkeit. Besonders die Passagen aus der Vergangenheit entwickeln einen starken Sog und sorgen für Spannung. Der Gegenwartsstrang wirkt oft ein bisschen fade und langatmig.
Worum gehts: Im Mittelpunkt der Handlung steht Pat, eine ältere Frau, deren Vergangenheit jahrzehntelang von Schweigen geprägt war. Als sie unerwartet von der BBC-Moderatorin Gwen kontaktiert wird, gerät dieses Schweigen ins Wanken. Gwen recherchiert über Frauen im Widerstand während der deutschen Okkupation Frankreichs und stößt dabei nicht nur auf die Geschichte ihrer eigenen Großmutter, sondern auch auf Pats geheimes Leben. Nach und nach offenbart sich eine Welt mutiger Frauen, die als Agentinnen Sabotage verübten, Funksprüche übermittelten und ständig in Lebensgefahr schwebten. Die Reise nach Paris und die Konfrontation mit alten Erinnerungen werden für Pat zum Wendepunkt, an dem sie sich ihrer Vergangenheit stellen muss. ...
Elisabeth Sandmann schreibt sachlich, präzise und spürbar gut recherchiert. Ihr Stil ist eher zurückhaltend als emotional ausschweifend. Im Zentrum steht weniger die Dramatisierung einzelner Ereignisse als vielmehr die Frage, wie weit Widerstand gehen darf – und welche Spuren er im Leben der Beteiligten hinterlässt. Besonders wichtig ist der Autorin, den Frauen der Résistance eine Stimme zu geben und sie aus dem Schatten der Geschichtsschreibung zu holen.
Der Roman ist aus wechselnden Perspektiven erzählt und bewegt sich auf mehreren Zeitebenen. Neben der Gegenwart, in der Gwen recherchiert, gibt es umfangreiche Rückblicke in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, vor allem in die frühen 1940er Jahre. Diese Rückblenden bilden den emotionalen und inhaltlichen Kern der Geschichte und sind deutlich spannender als der Gegenwartsstrang.
Pat ist eine vielschichtige Hauptfigur, deren Entwicklung besonders berührt. Vom verschlossenen, von Erinnerungen belasteten Menschen wandelt sie sich langsam zu jemandem, der bereit ist, das Erlebte auszusprechen. Gwen fungiert als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart und als Katalysator für Pats Erinnerungsprozess. Auch die Nebenfiguren, insbesondere die Frauen des Widerstands, bleiben trotz der Vielzahl an Namen eindrucksvoll und zeigen, welchen Mut und welche Opfer diese Zeit erforderte.
Das Hörbuch "Wir dachten, das Leben kommt noch" ist kein leichtes oder actionreiches Hörbuch, sondern ein ruhiger, nachdenklicher Roman mit großer historischer Bedeutung. Wer sich für Geschichte, insbesondere für die Rolle von Frauen im Widerstand, interessiert, wird hier viel entdecken. Die ausgezeichnete Sprecherleistung von Elisabeth Günther wertet das Hörbuch zusätzlich auf. Trotz kleiner Längen im Gegenwartsstrang kann ich das Hörbuch empfehlen – vor allem Hörerinnen und Hörern, die realistisch erzählte historische Stoffe schätzen und bereit sind, sich auf eine anspruchsvolle, tiefgründige Geschichte einzulassen.