Ich dachte, die Handlung kommt noch
Ich dachte, die Handlung kommt noch, ist – ein wenig polemisch formuliert – das, was meinen Leseeindruck von dem Roman bestimmt.
Da ist eine BBC-Moderatorin, die auf der Spur der Geschichte ihrer Großmutter ist und zugleich auf der englischer Agentinnen, die in Paris die Resistance im Kampf gegen Nazi-Deutschland unterstützen und wichtige Informationen an die britische Regierung sowie Waffen für den Widerstand schmuggeln. Dazu gehört auch Pat, deren Geschichte wir auf zwei Ebenen hören: in der Gegenwart im – widerwillig begonnen – Gespräch mit Gwen, und in der Vergangenheit in ihrer Rolle als Agentin in Paris.
An und für sich ist das ein sehr spannendes Stück Geschichte, das als Agentinnenroman viele Möglichkeiten für Spannung und Dramatik bietet. Eine Geschichte auf verschiedenen Ebenen hat – geschickt komponiert – den Vorteil, durch die Enthüllung von immer mehr Verborgenen die Spannung deutlich hinauszuzögern und stetig zu steigern, bis sich am Ende alle Details in einander fügen. Mein Problem mit diesem Roman ist, dass hier mehr erzählt wird, als gehandelt. Immer dann, wenn es ein wenig spannend wird, bricht die Erzählung ab, wird auf später verschoben aus unterschiedlichen und manchmal nicht erkennbaren Gründen. Dadurch baut sich aber für mich keine Spannung auf, sondern sie wird künstlich hinausgezögert und die Erzählung damit in die Länge gezogen. Der Leseprozess hat sich mir bisweilen als zäh dargestellt.
Darüber hinaus legt die Autorin sehr viel Wert auf die Ausgestaltung des Life-Styles, wie ich das – vielleicht auch ein wenig polemisch – einmal nennen möchte. Die Moderatorin Gwen begibt sich, alleinerziehende Mutter, mit ihrer kleinen Tochter und unterstützender Familie bzw. Freundin nach Frankreich in eine luxuriöse Wohnung. Immer wieder wird kulinarischer Genuss in Szene gesetzt. Mehr für die Atmosphäre als für die Handlung werden immer wieder Szenen bei Tisch geschaffen, wofür Speisen genauestens beschrieben und in Szene gesetzt werden. Es gibt einen Besuch auf dem Land mit dem getrennt lebenden Vater der Kleinen. Weitere Beispiele ließen sich anführen. Die Atmosphäre zu gestalten gelingt der Autorin wirklich gut, lenkt sie aber vom Handlungsfaden ab. Wenn es einmal spannend wird, wie z. B. bei einer Verfolgung durch zwei Agentinnen der Gegenseite, verpufft die Spannung schnell wieder, eher unrealistisch aufgelöst: ein Schuss ins Blaue oder vielmehr Schwarze, ein Treffer, mehr sei nicht verraten.
Es gibt zwar nicht so viele Romane dieses Settings, aber doch genug, dass es nicht unbedingt dieser sein müsste. Für wen die Story hauptsächlich vom Ambiente lebt und dem Lebensgefühl, das eines gewissen Luxus nicht entbehren mag, der kommt hier sicherlich auf seine Kosten.
Da ist eine BBC-Moderatorin, die auf der Spur der Geschichte ihrer Großmutter ist und zugleich auf der englischer Agentinnen, die in Paris die Resistance im Kampf gegen Nazi-Deutschland unterstützen und wichtige Informationen an die britische Regierung sowie Waffen für den Widerstand schmuggeln. Dazu gehört auch Pat, deren Geschichte wir auf zwei Ebenen hören: in der Gegenwart im – widerwillig begonnen – Gespräch mit Gwen, und in der Vergangenheit in ihrer Rolle als Agentin in Paris.
An und für sich ist das ein sehr spannendes Stück Geschichte, das als Agentinnenroman viele Möglichkeiten für Spannung und Dramatik bietet. Eine Geschichte auf verschiedenen Ebenen hat – geschickt komponiert – den Vorteil, durch die Enthüllung von immer mehr Verborgenen die Spannung deutlich hinauszuzögern und stetig zu steigern, bis sich am Ende alle Details in einander fügen. Mein Problem mit diesem Roman ist, dass hier mehr erzählt wird, als gehandelt. Immer dann, wenn es ein wenig spannend wird, bricht die Erzählung ab, wird auf später verschoben aus unterschiedlichen und manchmal nicht erkennbaren Gründen. Dadurch baut sich aber für mich keine Spannung auf, sondern sie wird künstlich hinausgezögert und die Erzählung damit in die Länge gezogen. Der Leseprozess hat sich mir bisweilen als zäh dargestellt.
Darüber hinaus legt die Autorin sehr viel Wert auf die Ausgestaltung des Life-Styles, wie ich das – vielleicht auch ein wenig polemisch – einmal nennen möchte. Die Moderatorin Gwen begibt sich, alleinerziehende Mutter, mit ihrer kleinen Tochter und unterstützender Familie bzw. Freundin nach Frankreich in eine luxuriöse Wohnung. Immer wieder wird kulinarischer Genuss in Szene gesetzt. Mehr für die Atmosphäre als für die Handlung werden immer wieder Szenen bei Tisch geschaffen, wofür Speisen genauestens beschrieben und in Szene gesetzt werden. Es gibt einen Besuch auf dem Land mit dem getrennt lebenden Vater der Kleinen. Weitere Beispiele ließen sich anführen. Die Atmosphäre zu gestalten gelingt der Autorin wirklich gut, lenkt sie aber vom Handlungsfaden ab. Wenn es einmal spannend wird, wie z. B. bei einer Verfolgung durch zwei Agentinnen der Gegenseite, verpufft die Spannung schnell wieder, eher unrealistisch aufgelöst: ein Schuss ins Blaue oder vielmehr Schwarze, ein Treffer, mehr sei nicht verraten.
Es gibt zwar nicht so viele Romane dieses Settings, aber doch genug, dass es nicht unbedingt dieser sein müsste. Für wen die Story hauptsächlich vom Ambiente lebt und dem Lebensgefühl, das eines gewissen Luxus nicht entbehren mag, der kommt hier sicherlich auf seine Kosten.