Amüsant

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
sabine Avatar

Von

Henri Albers ist Mitte 50 und leitet die Personalabteilung eines Zeitungsverlags. Beide haben schon bessere Zeiten gesehen. Henri ist geschieden, seine Kinder sind erwachsen, und er lebt unfreiwillig als Single. Seine wichtigste Bezugsperson ist sein Freund Felix. Als sein Hausarzt bei Henri beginnende Wechseljahre diagnostiziert und zudem mehrere Risikofaktoren seine Gesundheit beeinträchtigen, beschließt dieser, den Rest seines Lebens bewusster zu gestalten.

Aus der Ich-Perspektive lässt der Autor die Leser an diesem Prozess teilhaben. Bis zur Mitte ist das Buch flott und mit viel Situationshumor geschrieben. Vor allem die Dialoge haben Slapstick-Charakter, ich habe ein paar Mal herzlich gelacht. Dann wiederholen sich die witzigen Elemente zu oft und nutzen sich dadurch ab. Die Handlung enthält keinen nennenswerten Spannungsbogen, und die klischeehaften Darstellungen der Personen und Situationen wurden mir irgendwann zu viel, so dass sich die zweite Hälfte des Romans in die Länge zog.

Alles in allem war es trotz dieser Kritikpunkte ein amüsant zu lesendes Buch. Besonders gut gefallen hat mir das Bild von unserem Leben als Woche. Es beginnt am Montagmorgen und endet am Sonntagabend. Da fragt man sich unwillkürlich, wo man selbst gerade steht.