Es kommt ja noch das Wochenende!

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Meine Meinung
Dem Autor ist mit seinem Roman „Wir Freitagsmänner“ ein wunderbares Buch gelungen.

Die Geschichte hat mich so in Beschlag genommen, dass ich das Buch an einem Nachmittag und Abend in einem Rutsch gelesen habe. Der Sog, den die Erzählung auf mich auswirkte, war so stark, dass ich alle meine anderen Verpflichtungen dafür sausen ließ.

Der Autor versteht es, sehr gut und differenziert zu beobachten und diese Beobachtungen in feinsinnige, humorvolle und nuancierte Dialoge und Begebenheiten zu verpacken. Witzige Situationen, die dabei aber nicht in Klamauk abrutschten, brachten mich zum Lachen. Dabei erkannte ich vieles aus meiner eigenen Lebensumwelt wieder.

Die männliche Variante der Wechseljahre in den Fokus der Erzählung zu stellen, fand ich einen genialen Schachzug. Diese Sichtweise kenne ich bisher aus keinem anderen Roman und ich empfand die Aufarbeitung des Themas als leichtfüßig, aber keinesfalls leichtfertig.

Besonders gut gefiel mir der Vergleich der Lebenszeit mit den Wochentagen und da auch ich mittlerweile ungefähr kurz vor dem freitäglichen Nachmittagskaffee angelangt bin, konnte ich mich in die Protagonist*innen sehr gut hineinfühlen und so manches auf meine eigene Lebenssituation übertragen. Dabei waren mir die alltagstauglichen philosophischen Betrachtungen im Roman, die mit Charme und Scharfsinn, ohne zu moralisieren, vorgestellt wurden, durchaus ein Gedankenanstoß mit Tiefgang.

Mein Fazit
Wer auf der Suche nach einem humorvollen, feinsinnigen und intelligent geschriebenen Buch rund um die Welt der Freitagsmänner (und -frauen) ist, dem sei „Wir Freitagsmänner“ wärmstens empfohlen. Ich denke, dass vor allem Leser*innen der Alterskohorte Donnerstag bis Sonntag ihren besonderen Spaß an der Lektüre haben könnten. Ich fühlte mich jedenfalls warmherzig und berührend unterhalten!