Lustig und tiefsinnig zugleich

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mandel61118 Avatar

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Allein das Cover des Buches ist schon witzig, der Text ist es noch viel mehr.
Es geht um den 55jährigen Henri, der von seinem Arzt attestiert bekommt, in den Wechseljahren zu sein. Henri hat viele Zipperlein, zudem ist er geschieden und seit längerem allein.
Einzig sein Freund Felix hält zu ihm und ist immer für ihn da. Felix trackt ihn über das Handy und weiß immer, wo er ist, er ist sofort zur Stelle, wenn Felix ihn brauchen könnte.
Diese Männerfreundschaft ist sehr lustig dargestellt, sie hat aber auch etwas sehr Rührendes.
Henri sucht nach Liebe und nach Sinn im Leben. Als er gefragt wird, welcher Tag der Woche sein Leben im Moment symbolisiert, antwortet er: Freitag, daher der Titel des Buches.
Das hat mich als Leserin nachdenklich gemacht. An welchem Wochentag stehe ich? Wie viel Zeit bleibt einem noch, und wie will man die gestalten?
Diesen existenziellen Fragen geht Henri in dem Buch nach. An vielen Stellen des Buches musste ich laut lachen. Trotzdem ist das Buch nicht oberflächlich, es regt zum Nachdenken an.
Originell finde ich auch, dass die Rollen hier vertauscht sind, dass es nicht wie üblicherweise eine Frau, sondern ein Mann ist, der sich in der Mitte seines Lebens in den Wechseljahren befindet und die üblichen Beschwerden hat.
Ein tolles Buch, das ich nun an meinen Mann weiterreichen werde.