Männer und die Mitte des Lebens

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miss_zuckerwatte Avatar

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Bei diesem Buch hat mich natürlich als erstes das Cover neugierig gemacht, denn das ist mal was Besonderes mit dem Dachskopf auf dem menschlichen Körper.
Der Inhalt hat mich auch größtenteils überzeugt, denn der Schreibstil ist lebendig und sehr humorvoll.
Die Figuren, allen voran Henri, wirken recht glaubwürdig. Sie haben ihre Probleme, Ecken und Kanten, gute und schlechte Eigenschaften - eben wie im echten Leben.

Als Leser im mittleren Alter kann man vieles prima nachvollziehen, auch wenn man das Buch als Frau liest. Vielleicht ist es sogar gut, manche Dinge mal aus einer anderen Perspektive zu sehen: so sind zum Beispiel die "Wechseljahre" anscheinend nicht nur ein Thema für Frauen.
Auch Henri wird zunehmend vom Alter eingeholt und hat mit diversen Zipperlein zu kämpfen. Dass diese Phase im Leben leider nicht nur körperlich, sondern vor allem auch psychisch herausfordernd sein kann, bringt der Autor in diesem Buch prima zum Ausdruck.
Ob Beziehungen, Berufsleben, Freizeit oder Familie und Freundschaften: alle Aspekte werden beleuchtet und in teils recht lustig geschilderte Episoden verpackt.

Über das Ende hab ich mich einerseits sehr gefreut, aber andererseits hat es noch einen halben Stern in der Bewertung gekostet, da es auch extrem unwahrscheinlich war. Vielleicht spielte da auch die eigene Erfahrung mit einem ähnlichen männlichen Exemplar eine Rolle bzw. die Tatsache, dass ich mich in eine weibliche Figur in dieser Situation gut einfühlen konnte.
Aber insgesamt betrachtet ist es auf jeden Fall ein sehr unterhaltsames Buch, aus dem man auch manch Nützliches mitnehmen kann.
Wenn das Leben nur eine Woche wäre, an welchem Tag siehst du dich gerade?

Allein das Cover des Buches ist schon witzig, der Text ist es noch viel mehr.
Es geht um den 55jährigen Henri, der von seinem Arzt attestiert bekommt, in den Wechseljahren zu sein. Henri hat viele Zipperlein, zudem ist er geschieden und seit längerem allein.
Einzig sein Freund Felix hält zu ihm und ist immer für ihn da. Felix trackt ihn über das Handy und weiß immer, wo er ist, er ist sofort zur Stelle, wenn Felix ihn brauchen könnte.
Diese Männerfreundschaft ist sehr lustig dargestellt, sie hat aber auch etwas sehr Rührendes.
Henri sucht nach Liebe und nach Sinn im Leben. Als er gefragt wird, welcher Tag der Woche sein Leben im Moment symbolisiert, antwortet er: Freitag, daher der Titel des Buches.
Das hat mich als Leserin nachdenklich gemacht. An welchem Wochentag stehe ich? Wie viel Zeit bleibt einem noch, und wie will man die gestalten?
Diesen existenziellen Fragen geht Henri in dem Buch nach. An vielen Stellen des Buches musste ich laut lachen. Trotzdem ist das Buch nicht oberflächlich, es regt zum Nachdenken an.
Originell finde ich auch, dass die Rollen hier vertauscht sind, dass es nicht wie üblicherweise eine Frau, sondern ein Mann ist, der sich in der Mitte seines Lebens in den Wechseljahren befindet und die üblichen Beschwerden hat.
Ein tolles Buch, das ich nun an meinen Mann weiterreichen werde.