Unterhaltsam

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Der Roman "Wir Freitagsmänner" von Hans-Gerd Raeth umfasst rund 160 Seiten und ist in mehrere fortlaufende Kapitel gegliedert.
Im Mittelpunkt steht Henri, der mitten in einer klassischen Midlifecrisis steckt. Eigentlich führt er ein geregeltes Leben, doch plötzlich wird ihm bewusst, dass die Jugend nicht mehr zurückkommt: Die Haare werden lichter, der Rücken meldet sich morgens früher als der Wecker und sportliche Höchstleistungen existieren nur noch in seinen Erinnerungen.
Mit viel Humor schildert der Roman, wie Henri versucht, mit diesen Veränderungen umzugehen – mal trotzig, mal selbstironisch, mal nachdenklich.
Besonders gelungen ist die Art, wie die Probleme des Älterwerdens dargestellt werden. Henri hinterfragt seine Ehe, seinen Beruf und seine Lebensziele, doch statt in Selbstmitleid zu versinken, entstehen oft komische Situationen. Seine Versuche, jugendlich zu wirken oder alte Träume neu zu beleben, führen zu amüsanten Momenten, die gleichzeitig eine gewisse Tragik enthalten. Die regelmäßigen Freitagstreffen mit anderen Männern bieten Raum für ehrliche Gespräche, aber auch für humorvolle Wortwechsel über Fitnesswahn, erste Wehwehchen und die Angst, den Anschluss zu verlieren.
Der Schreibstil ist leicht verständlich, lebendig und dialogreich. Raeth verbindet nachdenkliche Passagen mit ironischen Beobachtungen über das Älterwerden des Mannes. Dadurch wirkt die Geschichte authentisch und unterhaltsam zugleich. Das Erzähltempo ist ruhig, was gut zur inneren Entwicklung Henris passt.
Das Buchcover ist schlicht gestaltet und spiegelt die bodenständige, humorvoll-nachdenkliche Atmosphäre wider. Insgesamt ist Wir Freitagsmänner ein unterhaltsamer Roman über die Midlifecrisis, der zeigt, dass das Älterwerden zwar Herausforderungen mit sich bringt, man ihnen aber auch mit Selbstironie und Humor begegnen kann.
Leseempfehlung !