Chaotisch, amüsant und mit einer Prise Mord.

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wickyliest Avatar

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Da ich Richard Osmans „Donnerstagsmordclub“ unheimlich gerne gelesen habe, war ich sehr neugierig auf diese Reihe. Auch hier begegnet einem sein wunderbar britischer Humor, verpackt in einen leichten, angenehmen Schreibstil. Trotzdem hat die Geschichte ihren eigenen Charakter, und ich musste mich erst ein wenig auf dieses ziemlich chaotische Ermittlertrio einlassen.

Amy, Steve und Rosie führt ihr neuer Auftrag in die Toskana. Der wohlhabende Kriminelle Vern Blackwood bittet sie um Hilfe, nachdem einer seiner Leibwächter ermordet wurde und eine geheimnisvolle Nachricht ihn um sein eigenes Leben fürchten lässt. Doch während die drei noch ermitteln, geschehen weitere Morde. Die Suche nach dem rätselhaften Jakob Eriksson führt sie schließlich weit über Italien hinaus.

Am meisten gefallen hat mir tatsächlich alles rund um die eigentlichen Ermittlungen. Amy, Steve und Rosie könnten unterschiedlicher kaum sein, und gerade dadurch entstehen herrlich schräge Gespräche und Situationen. Sie sind eigenwillig, chaotisch und auf ihre Weise charmant. Besonders Rosie fand ich stellenweise schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber sie bringt definitiv Leben in die Geschichte! Ihre Art muss man wohl mögen – oder sich zumindest darauf einlassen können.

Es passiert unglaublich viel, und selbst wenn der Fall einmal auf der Stelle tritt, gibt es zwischen den Figuren genug, das mich gut unterhalten hat. Osman würzt das Ganze mit trockenem Humor und einer ordentlichen Prise Chaos. Gerade die Dialoge haben für mich viel zum Lesespaß beigetragen.

Der Kriminalfall selbst konnte mich dagegen weniger begeistern. Er war für mich weder besonders spektakulär noch durchgehend spannend. Ich habe eher weitergelesen, weil ich die drei gerne begleitet habe, als weil ich unbedingt sofort die Auflösung erfahren musste.

Insgesamt war „Wir jagen Schatten“ für mich eine amüsante und angenehm zu lesende Geschichte, die vor allem von ihren Figuren lebt. An den „Donnerstagsmordclub“ kommt sie für meinen Geschmack nicht ganz heran. Richard Osmans Humor hat aber auch hier dafür gesorgt, dass ich das Buch gerne zur Hand genommen habe.