verzwickte Ermittlungen

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elohym78 Avatar

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Als einer seiner Bodyguards erschossen auf den Marmortreppen vor seinem Haus liegt, lässt ihn Vern Blackwood sofort im Garten verscharren. Schließlich gibt es keinen besseren Blumendünger!
Doch als er in seiner abendlich Fernsehsendung von Wir fangen Mörder hört, engagiert Vern sofort das Trio um alternde Schönheit Rosie.

Das Coverbild zeigt die schlagkräftige Einheit von Wir fangen Mörder: Rosie, die Gründerin der Detektei, Amy, ehemalige Personenschützerin, Kopfgeldjägerin und Elitesoldatin, so wie den Ex-Cop Steve. Alle blicken betont in eine andere Richtung und scheinen genau dadurch ihre Umgebung genau zu scannen. Im Hintergrund die malerische Landschaft der Toskana.

Ich wurde mit dem Schreibstil von Richard Osman leider nicht warm. Die etwas freche, leicht überhebliche und teils witzige, aber stets unkonventionelle Ermittlungsarbeit der drei Protagonisten fand ich eher befremdlich, als ansprechend. Bei mir ist der Funke dieser Art der Arbeit einfach nicht übergesprungen.
Die Leiche eines Bodyguards wird gefunden. Eines Menschen, der vielleicht Familie und Freunde hatte. Einfach verscharrt und als Dünger genutzt. Und dann kommen Ermittler, die es nicht für nötig erachten, die Polizei einzuschalten, obwohl sie sich Quellen von Interpol bedienen. Stattdessen sind sie auf Ruhm und Ehre aus. Nun ja. Nicht meine Welt. Ich frage mich die ganze Zeit, ob die drei einen Mord aufklären oder vertuschen wollen.

Zudem wurde ich mit den Protagonisten nicht warm. Alle sind mir auf die ein oder andere Art unsympathisch, so dass ich keine Beziehung zu ihnen aufbauen konnte und wollte. Rosie, alternde Frau, die auf biegen und brechen ihre Reize bei Männern spielen lassen muss, erzeugte bei mir nur das Gefühl von fremdschämen und Mitleid. Die ehemalige Personenschützerin, die auf Gewaltexzesse zu stehen scheint und an den merkwürdigsten Stellen ein weiches Herz entwickelt. Da erschien mir der Ex-Polizist Steve noch am nettesten. Auch er gezeichnet vom Leben, oder eher gesagt, enttäuscht, hat er den Bezug zur Realität noch nicht ganz verloren.

Wir jagen Schatten ist für mich eine Art lustig gemeinte Parodie auf die dunklen Kreise der Verbrechersyndikate. Keine Stelle scheint ernst gemeint und doch irgendwie ehrlich. Eine merkwürdige Mischung, die mich leider nicht fesseln konnte, auch wenn ich es intensiv versucht habe.