Berührend ❤️

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mamijojale Avatar

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Mit „Wirf einen Schatten“ hat Elena Fischer einen Roman geschrieben, der mich vor allem durch seine ruhige Art berührt hat. Es ist kein Buch, das von großen Wendungen oder viel Handlung lebt – stattdessen nimmt es sich Zeit für seine Figuren und ihre Gefühle. Genau das hat für mich den Reiz ausgemacht.

Joseph ist ein Protagonist, der zunächst schwer zugänglich wirkt. Seine Einsamkeit und Sprachlosigkeit sind fast greifbar, und nach und nach versteht man immer besser, warum er geworden ist, wie er ist. Besonders die Begegnung mit Birdie bringt langsam Bewegung in sein festgefahrenes Leben. Die Entwicklung zwischen den beiden fand ich sehr glaubwürdig und unaufgeregt erzählt.

Besonders gefallen hat mir der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Rückblicke ergänzen die Geschichte sinnvoll und sorgen dafür, dass Josephs Entscheidungen und sein Verhalten immer nachvollziehbarer werden. Gleichzeitig entsteht dadurch ein stimmiges Bild seiner Vergangenheit und der Prägungen, die ihn bis heute begleiten.

Elena Fischers Schreibstil ist ruhig, poetisch und sehr atmosphärisch. Die Beschreibungen des Bauernhofs und der Natur haben eine besondere Stimmung geschaffen, ohne jemals überladen zu wirken. Man spürt die Einsamkeit, aber ebenso die leise Hoffnung, die sich langsam durch die Geschichte zieht.

Wer einen spannenden Roman mit vielen überraschenden Wendungen sucht, wird hier vermutlich nicht fündig. Wer sich jedoch auf eine leise, tiefgründige Geschichte über Verlust, Schuld, Hoffnung und die Möglichkeit eines Neuanfangs einlassen möchte, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Mich hat es vor allem durch seine einfühlsamen Figuren und seine besondere Atmosphäre nachhaltig beeindruckt.