Bewegend und einfühlsam!

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„Wirf einen Schatten“ von Elena Fischer erzählt die Geschichte eines Mannes, der glaubt, alles verloren zu haben und am Abgrund zu stehen. Joseph lebt auf einem Bauernhof und wurde von seiner Frau und seinem Kind verlassen. An diesem Punkt seines Lebens sieht er keinen Weg aus seiner Einsamkeit. Doch als das fremde Mädchen Birdie bei ihm Zuflucht sucht, beginnt sich sein Leben langsam zu verändern. Durch ihre Gespräche findet der verschlossene und wortkarge Joseph Schritt für Schritt zurück ins Leben. Er begibt sich auf eine Reise zu seinem Inneren, setzt sich mit lange verdrängten Erinnerungen auseinander und ordnet sein Leben neu.

Die Handlung wechselt zwischen der Gegenwart am Ende des Jahres 1963 und Rückblicken in die Vergangenheit. Die Zeitsprünge verleihen der Geschichte Dynamik und ermöglichen ein tieferes psychologisches Verständnis der Figuren. Sie sind vielschichtig und nahbar. Ihre Gefühle und Hoffnungen wirken authentisch und greifbar.

„Wirf einen Schatten“ ist eine ruhige, feinfühlige, tiefgründige Geschichte, die mit dem Klischee des einfachen Bauern bricht. Joseph führt zwar ein von Traditionen und gesellschaftlichen Erwartungen geprägtes Leben, findet jedoch nach und nach den Zugang zu seiner Gefühlswelt wieder und beginnt schließlich, für sich selbst einzustehen.

Besonders gelungen finde ich die Entscheidung der Autorin die Themen wie Sinnsuche und Neuanfang nach einer Trennung aus männlicher Perspektive zu erzählen und in diesem Zusammenhang hervorzuheben, dass Verletzlichkeit eine Stärke sein kann.

Darüber hinaus überzeugt der Roman durch seine besondere Atmosphäre. Vor allem die bildhaften Beschreibungen der Natur und des Landlebens schaffen eine eindringliche Stimmung, die lange nachwirkt.