Bewegender Roman

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matheelfe Avatar

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„...Joseph trank seinen Kaffee in kleinen Schlucken, heiß stark, schwarz und ohne Zucker, als wäre er eine Strafe Gottes. Er wusste, dass es das letzte Mal war. Vor ihm lag ein Tag voller letzte Mal…“

Doch im entscheidenden Moment klingelt es an der Tür. Vor der Tür steht eine unbekannte junge Frau.
Die Autorin hat einen stillen Roman geschrieben. Der Schriftstil passt sich den Gegebenheiten an. Er ist ruhig und unaufgeregt. Die Handlung spielt im Jahre 1963. Und dann gibt es Rückblenden, die von Mal zu Mal weiter zurück gehen.
Joseph hat den elterlichen Hof übernommen. Seine Frau Lis hat ihn mit seinem kleinen Sohn Samuel vor einiger Zeit verlassen. Sie hat das Leben auf dem Land nicht mehr ausgehalten.

„...Die Natur forderte, und nicht jeder war dem gewachsen, aber sie verteilte auch großzügige Geschenke. Für ihn hatte es nie etwas Schöneres gegeben, als über die weiten Flächen zu laufen...“

In der Rückblende wird deutlich, was zwischen den beiden schief gelaufen war. Es waren Kleinigkeiten, doch die summierten sich.
Die junge Frau, die sich Birdie nennt, gibt Joseph neuen Lebensmut. Er überlegt, was er für seinen Sohn tun könnte und sucht wieder Kontakt zu Lis.
Die Geschichte ist mit viel Feingefühl geschrieben. Es gibt keine Schuldzuweisungen, aber die Erkenntnis von verpassten Gelegenheiten.
Und die liegen zum Teil weit in der Vergangenheit. Es ist Birdie, die den Finger in die Wunde legt. Sie selbst hat sich aus der Enge ihres Elternhauses befreit und ist bereit, den eigenen Weg zu gehen. Dabei steht ihr Ada zur Seite, Josephs Schwägerin.
Das Buch lebt von einer inneren Spannung. Die ergibt sich aus den komplexen Beziehungen der Protagonisten. Hinzu kommt, dass Joseph mit einem Trauma seiner Kindheit ringt.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt, dass es nie zu spät ist, neu anzufangen.