Die Schatten der Vergangenheit

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jori1020 Avatar

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Nach ihrem Debütroman Paradise Garden, der eher im urbanen Milieu spielte, führt Elena Fischer ihren neuen Roman Wirf einen Schatten nun hinaus aufs Land. Schauplatz ist ein kleines Bergdorf, in dem Joseph weit abseits jeglicher Zivilisation den Hof seiner Eltern weiterführt.
Sein Leben ist nicht nur körperlich entbehrungsreich, auch persönlich lastet vieles auf ihm. Mehrere Schicksalsschläge sowie der Weggang seiner Frau Lis und des gemeinsamen Sohnes Samuel haben tiefe Spuren hinterlassen. Als alles zunehmend aussichtslos erscheint, tritt Birdie in sein Leben und stößt eine Entwicklung an, die neue Seiten an Joseph freilegt und seinem Dasein eine unerwartete Richtung gibt.
In Rückblenden, die sich mit der Gegenwartshandlung abwechseln, erfahren wir nach und nach mehr über Josephs Vergangenheit. Einzelne Erlebnisse und Brüche fügen sich dabei Stück für Stück zu einem Gesamtbild zusammen.

Was besonders hervorsticht, ist das große sprachliche Talent der Autorin. Immer wieder finden sich wunderbare Formulierungen, die eine dichte, eindringliche Atmosphäre schaffen und einen tief in diese raue Welt hineinziehen. Dadurch verzeiht man auch eher, dass manche Entwicklungen etwas abrupt wirken und nicht jede Veränderung der Figuren vollständig nachvollziehbar erscheint.

Wirf einen Schatten ist ein sprachgewaltiger, atmosphärischer Roman über Verlust, Einsamkeit und die Möglichkeit eines Neuanfangs – und ein Buch, das in Erinnerung bleibt.