Ein Mann schlägt einen neuen Weg ein
Melancholischer Roman in poetischen Tönen - ein von Frau und Kind verlassener junger Bauer findet zu sich selbst und erkennt seinen Weg
Wird er es tun? Der einsame junge Bauer Joseph hat schon das Gewehr in der Hand und man muss fürchten, dass er seinem Leben ein Ende setzen wird, gerade an Heiligabend. Seine Frau Lis hat ihn mit dem kleinen Sohn Samuel vor einem halben Jahr verlassen, weil sie das Hofleben nicht mehr erträgt, weil sie lieber in der Stadt leben möchte und weil vielleicht auch anderes nicht so ist, wie es sein sollte.
‘Seine Frau und sein Sohn hatten alle Geräusche mitgenommen.’ (7)
Joseph hat es völlig aus der Bahn geworfen. Er ist so verstört, dass er nur mit Mühe das Nötigste auf seinem Hof erledigen kann, z.B. die Tiere füttern, mit denen er liebevoll umgeht. Aber die herbstlichen Pflichten hat er nicht erledigt. Er kann sich nicht konzentrieren, nichts beenden und fühlt sich auch in Gesellschaft einsam. Da hilft ihm auch nicht die liebevolle Zuwendung seiner Schwägerin Ada. Sein Zustand wird sehr eindringlich in poetischen Bildern beschrieben - ebenso wie die Natur. Aber auch ihre Schönheit, die er ansonsten sehr schätzt, ergreift ihn nicht mehr. Das ändert sich plötzlich, als Birdie da ist.
Fast schon hätte er abgedrückt, wenn nicht jemand an der Türe gewesen wäre: eine sehr junge Frau, Birdie, die seine Hilfe braucht und um die er sich im folgenden rührend kümmert. Nach und nach erfahren wir ihre Lebensgeschichte, ebenso häppchenweise wie die von Joseph. So springt die Geschichte ständig von der Gegenwart Ende 1963, Anfang 1964 in die Vergangenheit zurück und wir erfahren, was Joseph geprägt hat, wie er Lis kennengelernt hat und wie sein Verhältnis zum kleinen Sohn Samuel war und noch ist. Er tut sich schwer als Vater, was seine Ursache in seiner eigenen Rolle als Sohn und der herabsetzenden Behandlung durch seinen Vater hat.
Das Buch ist vorwiegend ruhig und melancholisch mit vielen sprachlichen Bildern und Gedanken, die sich der wortkarge Joseph macht. Und dennoch gibt es ein paar spannende Seiten als der kleine Sohn gesucht werden muss oder wenn man liest, dass es ‘etwas’ zwischen Josephs Schwägerin Ada und ihm gibt, das im folgenden immer weiter an Kontur gewinnt. Und was wird aus Birdie, die sich vor ihrem Vater versteckt?
So jung sie auch ist, regt sie Joseph doch an, über sich und sein Leben nachzudenken. Er fragt sich, wer er eigentlich sein will und erkennt, dass er immer nur gewusst habe, ‘wie er sein oder nicht sein sollte’ (162). Nicht nur seine familiäre Vergangenheit muss er aufarbeiten, die vielen Tode und Verluste, sondern er muss auch sein Verhältnis zu Lis und Ada klären.
‘Der Weg ist da, er liegt vor dir, aber gehen musst du ihn selbst.’
Fazit
Ein ruhiger, melancholischer Roman in poetischer Sprache mit viel Nachdenkenswertem und einigen kleinen spannenden Momenten. Ich fand es besonders eindrucksvoll und anschaulich geschildert, wie das, was Joseph denkt und empfindet, in Worte und Bilder umgesetzt wird. Ein Buch, das ich gerne empfehle, wenn man ruhig dahinfließen Bücher mag.
Wird er es tun? Der einsame junge Bauer Joseph hat schon das Gewehr in der Hand und man muss fürchten, dass er seinem Leben ein Ende setzen wird, gerade an Heiligabend. Seine Frau Lis hat ihn mit dem kleinen Sohn Samuel vor einem halben Jahr verlassen, weil sie das Hofleben nicht mehr erträgt, weil sie lieber in der Stadt leben möchte und weil vielleicht auch anderes nicht so ist, wie es sein sollte.
‘Seine Frau und sein Sohn hatten alle Geräusche mitgenommen.’ (7)
Joseph hat es völlig aus der Bahn geworfen. Er ist so verstört, dass er nur mit Mühe das Nötigste auf seinem Hof erledigen kann, z.B. die Tiere füttern, mit denen er liebevoll umgeht. Aber die herbstlichen Pflichten hat er nicht erledigt. Er kann sich nicht konzentrieren, nichts beenden und fühlt sich auch in Gesellschaft einsam. Da hilft ihm auch nicht die liebevolle Zuwendung seiner Schwägerin Ada. Sein Zustand wird sehr eindringlich in poetischen Bildern beschrieben - ebenso wie die Natur. Aber auch ihre Schönheit, die er ansonsten sehr schätzt, ergreift ihn nicht mehr. Das ändert sich plötzlich, als Birdie da ist.
Fast schon hätte er abgedrückt, wenn nicht jemand an der Türe gewesen wäre: eine sehr junge Frau, Birdie, die seine Hilfe braucht und um die er sich im folgenden rührend kümmert. Nach und nach erfahren wir ihre Lebensgeschichte, ebenso häppchenweise wie die von Joseph. So springt die Geschichte ständig von der Gegenwart Ende 1963, Anfang 1964 in die Vergangenheit zurück und wir erfahren, was Joseph geprägt hat, wie er Lis kennengelernt hat und wie sein Verhältnis zum kleinen Sohn Samuel war und noch ist. Er tut sich schwer als Vater, was seine Ursache in seiner eigenen Rolle als Sohn und der herabsetzenden Behandlung durch seinen Vater hat.
Das Buch ist vorwiegend ruhig und melancholisch mit vielen sprachlichen Bildern und Gedanken, die sich der wortkarge Joseph macht. Und dennoch gibt es ein paar spannende Seiten als der kleine Sohn gesucht werden muss oder wenn man liest, dass es ‘etwas’ zwischen Josephs Schwägerin Ada und ihm gibt, das im folgenden immer weiter an Kontur gewinnt. Und was wird aus Birdie, die sich vor ihrem Vater versteckt?
So jung sie auch ist, regt sie Joseph doch an, über sich und sein Leben nachzudenken. Er fragt sich, wer er eigentlich sein will und erkennt, dass er immer nur gewusst habe, ‘wie er sein oder nicht sein sollte’ (162). Nicht nur seine familiäre Vergangenheit muss er aufarbeiten, die vielen Tode und Verluste, sondern er muss auch sein Verhältnis zu Lis und Ada klären.
‘Der Weg ist da, er liegt vor dir, aber gehen musst du ihn selbst.’
Fazit
Ein ruhiger, melancholischer Roman in poetischer Sprache mit viel Nachdenkenswertem und einigen kleinen spannenden Momenten. Ich fand es besonders eindrucksvoll und anschaulich geschildert, wie das, was Joseph denkt und empfindet, in Worte und Bilder umgesetzt wird. Ein Buch, das ich gerne empfehle, wenn man ruhig dahinfließen Bücher mag.