Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt: wunderschön erzählt
Auch der zweite Roman von Elena Fischer hat mich wieder überzeugen können. Auch in dieser Geschichte ist es die ruhige Erzählweise, eine gewisse Melancholie, die aber immer positive Untertöne hat und immer in Hoffnung mündet, die vorherrscht. Dieses Mal geht es im Jahr 1963 um Joseph, ein jüngerer Bauer, der einen einsamen Bauernhof betreibt. Seine Frau hat ihn verlassen und den kleinen Sohn mitgenommen. Sie wollte wieder in der Stadt leben. Joseph kommt damit nicht zurecht und will sein Leben beenden. Da steht aber die junge Birdie plötzlich vor seiner Tür, mit 20 Jahren noch nicht volljährig und auf der Flucht vor ihren Eltern. Ihre positive Sichtweise auf das Leben lässt Joseph sein Leben überdenken. Und da gibt es auch noch Ada, die Schwester seiner Frau, die ebenfalls Schwung in seine zuletzt negativen Gedanken bringt. Elena Fischer lässt den Leser an den Gedanken von Joseph durch Rückblicke teilhaben, die Ausschnitte und bestimmte Situationen seines bisherigen Lebens lebendig werden lassen, aber auch die Geschichte im Jahr 1963 weitererzählen. Insgesamt regt der Roman auf eine wunderschöne Weise selbst zum Nachdenken an, über das Leben, das was wichtig ist und wie aus vielleicht selbst als ausweglos empfundene Situationen etwas Positives und Neues entstehen kann. Ich habe diese Gedanken und die Lektüre sehr genossen. Insbesondere hat die flüssige und auch bildhafte Erzählweise dazu sehr beigetragen. Deshalb empfehle ich das Buch sehr gerne weiter.