Fängt sehr ruhig an

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pageturner91 Avatar

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Nachdem mir "Paradise Garden" von Elena Fischer so gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf "Wirf einen Schatten".

Der Roman beginnt mit einem traurigen und nachdenklichen Einstieg. Joseph lebt allein auf seinem Hof und hadert schon lange mit seinem Leben. Seit seine Frau Lis mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen ist, fühlt er sich noch verlorener. Halt findet er vor allem bei Ada, Lis’ älterer Schwester, zu der er schon immer eine besondere Verbindung hatte. Und dann steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür – erschöpft, verletzt und auf der Flucht vor ihrer Familie.

Ich habe ein paar Kapitel gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden. Es fängt für meinen Geschmack etwas zu ruhig an und braucht seine Zeit, bis es in die Gänge kommt. Besonders die Beziehung zwischen Joseph und Birdie mochte ich sehr. Anfangs möchte er sie eigentlich gar nicht bei sich haben, doch nach und nach wächst sie ihm immer mehr ans Herz. Diese Entwicklung hat Elena Fischer unglaublich einfühlsam und berührend erzählt.

Auch die verschiedenen Erzählstränge rund um Birdie, Ada und Lis mochte ich sehr. Fischer springt zwischen unterschiedlichen Perspektiven und Zeitebenen, sodass sich die Geschichte Stück für Stück zusammensetzt. Anfangs war ich davon noch etwas verwirrt, doch irgendwann hat mir diese Erzählweise gut gefallen. Stück für Stück entsteht ein klareres Bild davon, wer Joseph ist und welche Erfahrungen ihn geprägt haben.

Nicht ganz überzeugt hat mich dagegen das Ende. Josephs Entwicklung ging mir letztlich etwas zu schnell, und auch Adas Geschichte hätte für mich gerne mehr Raum einnehmen dürfen. Hier hatte ich das Gefühl, dass noch Potenzial für mehr Tiefe vorhanden gewesen wäre.

"Wirf einen Schatten" ist ein melancholischer Roman, der von Einsamkeit, familiären Verbindungen und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit erzählt. Trotz der traurigen Grundstimmung verliert sich die Geschichte nie in Hoffnungslosigkeit. So gerne ich das Buch gelesen habe, blieb am Ende dennoch eine gewisse Distanz zurück. Die Figuren sind mir nicht so nahe gekommen, wie ich es mir gewünscht hätte. Es bleibt ein schönes Buch, das mir leider nicht länger im Kopf geblieben ist.