Joseph, der sehnsüchtige Bergbauer

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yaltur Avatar

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"Das Leben ist das, was passiert, während du andere Pläne machst", soll John Lennon gesagt haben.
Joseph, der Protagonist in Elena Fischers Roman "Wirf einen Schatten" macht (meist) nicht einmal Pläne. "Er wartete auf Lis und darauf, dass ihm einfiel, was er wollte, von sich und vom Leben, er wartete darauf, dass sein Leben eine andere Wendung nahm, und gleichzeitig war ihm genau davor bange.
Dann endlich, Stunden später, so kam es ihm jedenfalls vor, klingelte es." (S. 200).
Nach dem Öffnen der Tür scheint sein Leben zunächst still zu stehen, dann eine ganz neue Wendung zu nehmen, um dann doch weiterzulaufen im gewohnten Spannungsfeld zwischen bäuerlich-fragloser Bodenständigkeit und Pflichterfüllung auf der einen und der großen, verwirrenden Sehnsucht nach der wahren Liebe und der Befreiung der eigenen Persönlichkeit.
Die Autorin beschreibt und begleitet Joseph in seinem Arbeiten und Sehnen, in seinem Tun und Lassen in einer ruhigen, poetischen Sprache mit viel Geduld und Empathie. Und doch scheint sie ihm immer wieder zuzurufen: Joseph, raff Dich auf, folge Deinem Herzen, werde Du, wirf einen Schatten.
Vielleicht gelingt es ihm noch...