Kein typischer Summer Read!

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sandralamanda Avatar

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Rezensionsexemplar | Triggerwarnung: Das Buch behandelt unter anderem Suizidgedanken, Tod und den Verlust geliebter Menschen.

Mich hat Wirf einen Schatten beim Lesen immer wieder leicht an Alte Sorten und Vom Ende der Einsamkeit erinnert - zwei Bücher die ich im vergangenen Jahr gelesen und geliebt habe, wo mir aber ein bisschen die weibliche Perspektive fehlte. Bei diesem Buch hat mir besonders gefallen, dass die Geschichte zwar aus der Perspektive eines Mannes erzählt wird, die Figuren und ihre Gedanken aber unglaublich reflektiert wirken. Für mich merkt man hier also, dass eine Frau über Männer schreibt – ich bin Fan von dem Schreibstil von Elena Fischer geworden!

Die Atmosphäre ist unglaublich dicht: Bauernhof, Wald, See, Trauer, Heilung und Nächstenliebe ziehen sich durch die Geschichte. Besonders mochte ich, dass vieles zunächst nur angedeutet wird und sich nach und nach erschließt, auch wenn das Gefühl, dass hinter jeder Figur noch viel viel mehr steckt bis zum Schluss bleibt.

„Sie hatten nicht darüber gesprochen, wie lange Birdie noch blieb. Joseph dachte: Es gibt für alles eine Zeit. Fürs Säen und Ernten, fürs Bleiben und Gehen.“

Ein kleiner Kritikpunkt war für mich, dass ich bei den Zeitsprüngen häufiger zurückblättern musste, weil ich den zeitlichen Überblick verloren habe. Außerdem hätte das Buch für meinen Geschmack gerne ein paar Seiten länger sein dürfen. Einige Handlungsstränge bleiben wie gesagt bewusst offen – das mag ich grundsätzlich, hier hätte ich mir an manchen Stellen aber wirklich noch etwas mehr Tiefe gewünscht.

Trotzdem hat mich Wirf einen Schatten sehr berührt. Es ist ein stilles, intensives Buch über Verlust, Hoffnung und Menschlichkeit. Eine klare Empfehlung für alle, die atmosphärische, emotionale Geschichten mögen, aber: das Buch war für mich kein typischer Summer Read, ich würde es empfehlen im oder um den Winter herum zu lesen, weil es auch in der Jahreszeit spielt hauptsächlich.