Roman mit Tiefgang

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januar12 Avatar

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Der 24. Dezember 1963 soll eigentlich Josephs letzter Tag sein. Wie viel kann ein Mensch aushalten? Wie viel Einsamkeit ertragen? Doch dann steht im entscheidenden Moment die 19-jährige Birdie vor seiner Tür und braucht seine Hilfe. Sie bringt wieder Leben auf seinen einsam gelegenen Hof. Aber auch Josephs Schwägerin Ada, die ihn mit Gedichtbänden zum Nachdenken bringt, und seine Frau Lis, die ihn mit dem gemeinsamen Sohn verlassen hat und zurück in die Stadt gegangen ist, spielen eine wichtige Rolle in seinem Leben.

Immer wieder wechseln sich die Kapitel mit Rückblenden ab. Diese werden nicht chronologisch erzählt, sondern springen wie ein buntes Kaleidoskop zwischen den Jahren hin und her. Durch die Jahreszahlen lassen sie sich jedoch gut einordnen. Eine großartige Erzählweise, denn so wird jedes Kapitel zu einem wichtigen Puzzleteil. Nach und nach setzt sich das Bild von Joseph zusammen: Warum ist er so, wie er ist? Was hat ihn geprägt? Welche Ereignisse haben ihn zu dem Menschen gemacht, der er heute ist? Und warum fällt ihm manches im Leben so schwer?

Je mehr man über Joseph erfährt, desto näher kommt man ihm. Man fühlt mit ihm, er wächst einem ans Herz und man möchte ihn manchmal einfach in den Arm nehmen – und ihm vielleicht auch den einen oder anderen kleinen Schubs in die richtige Richtung geben.

Elena Fischer hat einmal mehr bewiesen, dass sie eine wunderbare Erzählerin ist. Sie schafft es, ihre Figuren authentisch zum Leben zu erwecken und den Leser mit einer ruhigen, beinahe stillen Atmosphäre zu fesseln. Und gerade in dieser Ruhe steckt unglaublich viel Tiefe.

Ein berührender Roman über Einsamkeit, Verlust, Schuld, Hoffnung und die Möglichkeit, dass das Leben manchmal genau dann eine neue Richtung nimmt, wenn man selbst nicht mehr daran glaubt.