Ruhige, etwas traurige Geschichte

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julyinthesky Avatar

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Ich habe diese Geschichte gerne gelesen, auch wenn mir die Hauptfigur seltsam fremd geblieben ist. Bei dem Protagonisten handelt sich um Joseph, den ich mir immer als alten, hageren Bauer vorgestellt hatte, bis irgendwo im Laufe des Romans erwähnt wird, dass er erst 27 Jahre alt ist! Aber damals, in den 1960er Jahren, wo der Roman spielt, sind die Menschen ja tatsächlich auch früher gealtert. Jedenfalls hatte ich beim Lesen irgendwie immer den Mann aus "Ein ganzes Leben" von Robert Seethaler vor Augen. Der Ton der Geschichte ist dem auch sehr ähnlich, traurig, ruhig, melancholisch.
Joseph, der auf einem Bauernhof lebt, wurde von seiner Frau verlassen und kommt mit dem Schiksalsschlag nicht gut zurecht. Er denkt sogar darüber nach, sich das Leben zu nehmen. Da kommt ein junges Mädchen zu ihm und braucht seine Hilfe. Sie nennt sich "Birdie", was ich total komisch fand, denn das war für mich ein Anachronismus in der Geschichte. Welches deutsche Mädchen vom Land hätte sich denn in den 1960er Jahren selbst so einen Spitznamen gegeben? Birdie hat jedenfalls ihre eigenen Probleme und einen fernen Traum, den sie verwirklichen will. Genauso wie Joseph, der schließlich durch ein Baumhausprojekt neue Hoffnung für die Zukunft schöpft. Der versöhnlich-hoffnungsvolle Ton am Ende hat für mich die Geschichte befriedigend abgeschlossen.