Schatten

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Mit ihrem zweiten Roman Wirf einen Schatten entführt Elena Fischer in die bedrückende, aber stimmungsvolle Atmosphäre des ländlichen Nachkriegsdeutschlands der 1960er Jahre. Im Zentrum steht der wortkarge Hofbesitzer Joseph, der an der Einsamkeit und unerfüllten Lebensentwürfen zu zerbrechen droht. Fischers großer Trumpf ist das feinfühlige Beziehungsgeflecht: Das Spannungsfeld zwischen Joseph, seiner fortgezogenen Frau Lis, deren Schwester Ada und der unkonventionellen Ausreißerin Birdie bringt eingefahrene Muster ins Wanken. Birdies plötzliches Auftauchen wirkt wie ein Katalysator, der mühsam verdrängte Traumata über Krieg, Vatersein und verpasste Liebe an die Oberfläche spült. Fischer erzählt berührend und ohne Schmalz vom Ausbrechen aus gesellschaftlichen Zwängen und der heilsamen Kraft der Aufrichtigkeit – ein leiser, emotional nachhallender Roman über Neuanfänge.