Sehr atmosphärisch!
WIRF EINEN SCHATTEN
Elena Fischer
ET:22.07.26
1964:
Josef, ein Mann mittleren Alters, lebt einsam auf seinem abgelegenen Hof. Seine Frau Lis hat ihn gerade verlassen und ist mit ihrem gemeinsamen dreieinhalbjährigen Sohn zurück zu ihren Eltern gezogen. Geblieben sind ihm nur seine Tiere. Freunde hat er keine und auch seine Familie ist schon lange tot.
Ohne jede Perspektive beschließt Josef, sich das Leben zu nehmen. Doch dann steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür und braucht seine Hilfe.
Wie es genau weitergeht, müsst ihr wie immer selbst herausfinden.
Elena Fischer hat mit WIRF EINEN SCHATTEN einen Roman geschrieben, der vor allem von seiner besonderen Atmosphäre, seiner eindringlichen Sprache und seiner ungewöhnlichen Erzählstruktur lebt. Die Geschichte verläuft auf zwei Zeitebenen: Ein Erzählstrang bewegt sich von der Gegenwart in die Zukunft, während der zweite Erzählstrang retrograd angelegt ist und die Vergangenheit nach und nach freilegt.
So erfahren wir immer mehr über das Leben von Josef und Lis, über Lis' Schwester Ada, die eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt, und über Josef selbst – einen Mann, dem die entscheidenden Worte oft unausgesprochen bleiben.
Es ist eine tiefgründige Geschichte über das Unausgesprochene, Schuld, Verlust und die Hoffnung auf einen Neuanfang.
Fazit:
Ein atmosphärischer und stiller Roman, der mich nicht nur mit seinen Charakteren, sondern auch mit seiner außergewöhnlichen Erzählstruktur überzeugen konnte.
4½/5