Sehr berührend
Elena Fischers „Wirf einen Schatten” beginnt an einem Heiligabend, der so gar nicht nach Fest aussieht: Joseph sitzt allein auf seinem Hof, seine Frau Lis ist mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen, und die Kälte, die einem aus den ersten Seiten entgegenschlägt, ist nicht nur die des Dezembers 1963. Man merkt sofort: Hier hat jemand aufgegeben, sich selbst gegenüber zumindest.
Und trotzdem: Das ist keine Lektüre, die einen in ein Loch zieht. Genau darin liegt für mich die große Kunst dieses Romans. Fischer lässt Joseph nicht allein im eigenen Elend versinken. Ada, die Schwester seiner Frau, schickt ihm Bücher und bleibt so mit ihm verbunden. Und dann taucht Birdie auf, zwanzig Jahre alt, auf der Flucht vor ihrer eigenen Familie, und bringt unverhofft Leben auf den Hof. Zwischen den beiden entsteht etwas, das der Geschichte eine ganz eigene Wärme gibt, ohne kitschig zu werden.
Was mich am meisten berührt hat, ist die Sprache. Fischer schreibt ruhig, bildhaft, mit einem Gespür für die kleinen Zwischentöne, die ein Leben ausmachen: Rückblenden erklären nach und nach, warum Joseph so geworden ist, wie er ist, ohne dass es je erklärend oder betulich wirkt. Man liest nicht auf große Wendungen hin, sondern auf diese leisen Momente, in denen sich etwas verschiebt.
Es ist ein Buch über Einsamkeit, Schuld und die Frage, ob man dem eigenen Leben noch eine andere Richtung geben kann, und es beantwortet diese Frage mit einer stillen, aber spürbaren Hoffnung. Genau dieses Wechselspiel zwischen Schwere und Licht hat mich durch die ganze Geschichte getragen.
Und trotzdem: Das ist keine Lektüre, die einen in ein Loch zieht. Genau darin liegt für mich die große Kunst dieses Romans. Fischer lässt Joseph nicht allein im eigenen Elend versinken. Ada, die Schwester seiner Frau, schickt ihm Bücher und bleibt so mit ihm verbunden. Und dann taucht Birdie auf, zwanzig Jahre alt, auf der Flucht vor ihrer eigenen Familie, und bringt unverhofft Leben auf den Hof. Zwischen den beiden entsteht etwas, das der Geschichte eine ganz eigene Wärme gibt, ohne kitschig zu werden.
Was mich am meisten berührt hat, ist die Sprache. Fischer schreibt ruhig, bildhaft, mit einem Gespür für die kleinen Zwischentöne, die ein Leben ausmachen: Rückblenden erklären nach und nach, warum Joseph so geworden ist, wie er ist, ohne dass es je erklärend oder betulich wirkt. Man liest nicht auf große Wendungen hin, sondern auf diese leisen Momente, in denen sich etwas verschiebt.
Es ist ein Buch über Einsamkeit, Schuld und die Frage, ob man dem eigenen Leben noch eine andere Richtung geben kann, und es beantwortet diese Frage mit einer stillen, aber spürbaren Hoffnung. Genau dieses Wechselspiel zwischen Schwere und Licht hat mich durch die ganze Geschichte getragen.