Tiefsinnige und spannende Entwicklungsgeschichte!

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edda Avatar

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Lis hat Joseph verlassen und den gemeinsamen Sohn, Samuel, mitgenommen.
Joseph ist wie erstarrt und möchte nicht mehr leben. Es ist Weihnachten 1963. Doch dann steht eine junge Frau vor der Tür, ihr geht es nicht gut, sie heißt Birdie. “Birdie ist ihm einfach so zugeflogen“. Doch Joseph hindert seine eigene Geschichte daran, erfüllende Beziehungen einzugehen. In eingeschobenen Rückblenden erfahren wir mehr über Josephs Wesen, ausgehend von der erzählten Jetztzeit. Die Rückblenden gehen, wie in einer Erkenntnisreise Stück für Stück zurück bis zum Mai 1959. Die Handlung an sich umfasst nur einen Zeitraum von zwei Monaten - und die haben es in sich. In leisen, feinsinnigen Tönen erzählt Elena Fischer einen Entwicklungsprozess und hält gebannt in Atem. Sie beschreibt beeindruckend das menschliche Sein ihrer Protagonisten mit deren Verknüpfungen.
Absolut stimmige Zeitbeschreibungen – 1963 auf dem Land, die gewünschte Rolle der Frau damals, die die drei weiblichen Protagonisten durchbrechen werden; dann die Vorstellungen, denen auch Joseph als Mann unterworfen ist (bis er einen Schatten wirft).
Alle Protagonisten sind greifbar und sympathisch. Die Geschichte entwickelt sich nicht geradlinig, sondern unerwartet und originell, was auch die Anziehung dieses Romans ausmacht. Ein beeindruckender Roman, der noch lange nachhallt.