Vom Suchen und Finden

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Seit seine Frau Lis ihn zusammen mit dem gemeinsamen Sohn verlassen hat und in die Stadt gezogen ist, fühlt sich Joseph wie von der Außenwelt abgeschnitten. Die Einsamkeit ist erdrückend, das Leben auf dem Hof erscheint ihm nicht mehr lebenswert. Als plötzlich und unerwartet die neunzehnjährige Birdie vor der Tür steht, die auf der Flucht vor ihrer Familie ist, erwacht Joseph ein bisschen aus seiner Lethargie. Die Wege von Joseph, Birdie sowie Ada, der älteren Schwester von Lis, der sich Joseph sehr verbunden fühlt, kreuzen sich immer wieder, aber dennoch ist Joseph wie gehemmt, wenn es um seine Zukunft geht.

»Sie dämmern durch die Tage, rauschen durch die Nächte, verstopfen ihre Ohren mit Wachs, verschließen ihre Herzen. Sie wissen nicht, wie sie dieses Leben weiterleben sollen, wie sie die Familie sein sollen, die in ihrer Vorstellung existiert.« (Seite 110)

Fast drei Jahre ist es her, dass ich das Debüt von Elena Fischer mit dem schönen Titel »Paradise Garden« gelesen habe. Nun war es endlich soweit und es erschien ein weiterer Roman, auf den ich seither sehnsüchtig gewartet hatte. Ein Bauer ist der stille Held der Geschichte, der Schauplatz ein Hof auf dem Land der Sechzigerjahre. So anders die Erzählung auch ist, so gleich sind die wunderbaren Sätze, die poetisch und jede Situation perfekt treffend die Seiten füllen.

Anfangs sah es zwar nicht danach aus, denn die Einsamkeit von Joseph ging förmlich auf mich über und lähmte auch mich, aber im Laufe der Geschichte, nachdem durch Rückblicke einiges gerade gerückt worden ist, konnte ich fühlen wie die Magie auf mich übertragen wird und fühlte förmlich mit der Hauptfigur mit. Ein ruhiges und berührendes Buch, das ein würdiger Nachfolger und lesenswert ist.