Welches Leben will man leben?

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normanfips Avatar

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In „Wirf einen Schatten“ tauchen wir in das Leben des Landwirtes Joseph ein. Er ist einsam, verlassen und des Lebens überdrüssig. Er trägt ziemlichen Ballast aus seiner Vergangenheit mit sich und nun hat ihn auch noch seine Frau mit ihrem gemeinsamen Sohn verlassen. Da tritt plötzlich Birdie in sein Leben und bringt einen neuen Impuls in Josephs Alltag. Die Autorin springt zwischen den Zeiten hin und her und so erfahren wir in Rückblenden mehr über Josephs Kindheit und Jugend, über das Kennenlernen seiner Frau und wie es zum Bruch kam. Zudem nimmt man als Leser an den kleinen Veränderungen in Josephs Gemütszustand in der Gegenwart teil. Die Sprache von Elena Fischer gefällt mir ausgesprochen gut. Sie transportiert Stimmungen und Situationen wirklich hervorragend. Die kurzen Kapitel lassen sich leicht und locker lesen. Allerdings hadere ich ein wenig mit dem Inhalt. Die Geschichte spielt in den 1950er und 1960er Jahren. Die Figuren erscheinen mir in ihrem Denken und Handeln zu modern. Josephs Verhalten ist für mich zudem nicht immer schlüssig. Auf der einen Seite wird er so einfühlsam und sensibel beschrieben, handelt dann aber eher gefühlsarm. Manche Szenen wirken konstruiert, wie Geburt und Tod eines Tieres, und damit ein wenig kitschig. Das Ende konnte mich nicht wirklich überzeugen und irgendetwas fehlt mir bei dieser Geschichte. Allerdings finde ich den Roman dennoch lesenswert, da er wirklich schön geschrieben und auch die Kernaussage wichtig ist: Entscheide dich dafür, ein Leben zu wählen, das einen Schatten wirft.