Wenn das Leben wieder einen Sinn ergibt

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kleine hexe Avatar

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Emotional ohne rührselig zu sein, präsentiert uns Fischer die Menschen in ihrem Buch: Ein Mann, Joseph, seine Frau Lis, ihr gemeinsamer Sohn Samuel, Ada, Josephs Schwägerin, Birdie eine junge Frau die in einer Winternacht Zuflucht bei Joseph sucht. Dies sind die Hauptpersonen im Buch, nicht viele, aber sie füllen dass Universum des Buches aus. Die Handlung alterniert zwischen 1963 und 1964 einerseits und die späten fünfziger Jahre. Handlungsort ist Josephs Hof. Das Buch wirkt fast wie ein Kabinettstück.
Der Schreibstil lässt uns direkt in die Einsamkeit des Mannes einsinken, ihn verstehen. Aber ich kann auch Lis verstehen, die die Einsamkeit am Hof, weitab vom Dorf, und die Einsamkeit und Wortkargheit ihres Mannes nicht mehr ertragen kann. Joseph kennt nur die Arbeit auf dem Hof, im Stall, die Tiere, Hühner. Seine Frau wirft ihm einmal vor, er würde die Kühe mehr streicheln als sie. Wie soll da eine Frau nicht verkümmern? Im Haus ist Joseph wortarm, er kann weder mit seiner Frau kommunizieren, noch mit seinem Sohn umgehen. Er hat Angst. Angst das Falsche zu sagen, Angst seinen Sohn schlecht zu behandeln. Josephs Kindheit war bitter und schwer. Joseph hat Angst, ein schlechter Vater zu sein. Elena Fischer beschreibt sehr empathisch und poetisch, wie Joseph langsam aus seiner Starre erwacht, wie er zurück ins Leben findet, eigentlich überhaupt im Leben ankommt, denn seit dem Tod seines Bruders in der Kindheit hat er nicht richtig gelebt.
Sie passen nicht zusammen, Lis und Joseph, haben nie zueinander gepasst. Hinzu kommt noch das lange Zeit ungeklärte Verhältnis zu Ada, die Schwester von Lis.
Nachdem Lis mit Samuel Joseph verlassen hat, wird Joseph immer depressiver. Als er kurz vor dem Suizid steht, kommt Birdie Hilfe suchend zu ihm. Birdie gelingt es, ihn aufzurichten, ihn von seinen schwarzen Gedanken abzubringen. Dabei ist Birdie selber schwer krank. Aber weil Joseph sie pflegen muss, für sie kochen muss, darauf achtet, dass es ihr an nichts mangelt, hat er eine neue Aufgabe, die ihn erfüllt.
Ich frage mich, weshalb konnte Joseph nicht mit Lis so kommunizieren, wie er es mit Birdie tut? Joseph steht sich selbst im Weg, ist in seiner Wortarmut und Angst gefangen, während Lis ihm nicht helfen kann. Erst mit Birdie kommt er aus seiner selbst gewählten Einsamkeit heraus.
“Wirf einen Schatten” ist eine Aufforderung, etwas mit seinem Leben zu machen, tätig zu sein, Es ist eine Aufforderung, die Ada Joseph zuruft, und aus diesem Grund von Fischer als Titel des Buches gewählt.
Das Coverbild ist beeindruckend und passt perfekt zum Roman. Der Stil lässt uns direkt in die Einsamkeit des Mannes einsinken, ihn verstehen. Aber ich kann auch Lis verstehen, die die Einsamkeit am Hof, weitab vom Dorf, und die Einsamkeit und Wortkargheit ihres Mannes nicht mehr ertragen hat.