Zwischen Melancholie und Märchenhaftem
„Wirf einen Schatten“ erzählt von Joseph, einem einsamen Bauern, dessen Leben durch die junge Birdie eine unerwartete Wendung nimmt. Elena Fischer schreibt ruhig und atmosphärisch; besonders Josephs Sprachlosigkeit und die vorsichtige Annäherung der Figuren sind stellenweise durchaus berührend. Auch die rückwärts erzählten Passagen aus der Vergangenheit bringen nach und nach Licht in seine Geschichte und sind ein netter erzählerischer Kniff. Ganz überzeugt hat mich der Roman dennoch nicht: Manche Begegnungen und Wendungen wirken etwas zufällig, einzelne Dinge arg konstruiert und das ländliche Leben der 1960er-Jahre erscheint stellenweise erstaunlich modern. Dadurch schwankt die Geschichte für mich zwischen glaubwürdiger Familiengeschichte und beinahe märchenhafter Fügung. Ein einfühlsames, schön geschriebenes Buch mit starken Momenten – aber nicht durchgehend so stimmig, wie ich es mir gewünscht hätte, deshalb nur drei Sterne von mir.