Spannend!

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laumannmaxi Avatar

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Schon der Einstieg macht klar: Das wird keine „gemütliche Hexen-Story“, sondern urban-fantastisch, frech und mit echtem Sog. Cordelia Carter erzählt mit trockenem Humor und einer herrlich selbstbewussten Stimme davon, wie sie mitten in London von einem übernatürlichen Verfolger beschattet wird – während ihre menschlichen Freundinnen davon natürlich keine Ahnung haben. Diese Mischung aus Alltagsfassade und verborgenem Übernatürlichen funktioniert sofort: Man spürt permanent die Gefahr, aber auch Cordelias Kompetenz (und Sturheit), die das Ganze sehr unterhaltsam macht. Was mich besonders gecatcht hat, ist das Tempo: Kaum ist die Verfolgung etabliert, kommen Magie-Tricks, Konfrontation, ein Duft-Mysterium und die nächste Eskalation – ohne dass es gehetzt wirkt. Gleichzeitig wird clever „nebenbei“ Worldbuilding gesetzt: Hexen, Halbdämonen (inkl. Kundschaft!), Zauberer-Magie, Schutzzauber, ein Grimoire, ein Notfallversteck im Haus – und das alles so, dass man nicht mit Info-Dumping erschlagen wird. Richtig stark fand ich auch die Dynamik zwischen Cordelia und ihrer Tante Lenora: bissig, loyal, gefährlich-pragmatisch. Wenn Lenora plötzlich sichtbar Angst zeigt, kippt der Ton von „witzig“ zu „oh oh… das ist ernst“, und genau diese Tonwechsel machen die Leseprobe spannend. Der Moment, in dem klar wird, wer der Verfolger ist (Bishop Daniels) und was das mit Cordelias Herkunft zu tun haben könnte, setzt einen saftigen Cliffhanger-Impuls: Man will sofort weiterlesen, weil das nicht nur romantische Spannung verspricht, sondern auch eine große Familien- und Machtfrage aufreißt.
Fazit: Ein sehr packender Auftakt mit smartem Humor, spürbarer Gefahr, urbanem London-Setting und einer Hauptfigur, die nicht „passiert bekommt“, sondern handelt. Für alle, die Hexen-Vibes, Übernatürliches, Geheimnisse und knisternde Bedrohung mögen (und gern Figuren mit Biss lesen).