Ein eindrucksvoller Debütroman

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anana Avatar

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„Schweigen heißt nicht, dass nichts zu hören ist; Schweigen ist eine Sprache. Und wie jede Sprache muss man sie erlernen.“

Der kongolesisch-britischen Schriftstellerin Christina Fonthes ist mit "Wohin du auch gehst" ein bemerkenswerter und eindrucksvoller Debütroman gelungen.
Im Zentrum stehen Mira und Bijoux, zwei im Kongo geborene und in London lebende Frauen, deren vielschichtige Lebensgeschichten eng miteinander verwoben sind. Die Handlung wechselt zwischen verschiedenen Ländern – Kongo, Großbritannien, Frankreich und Belgien – sowie zwischen unterschiedlichen Zeitebenen und Erzählperspektiven: Miras Geschichte wird auktorial erzählt, Bijouxs Erzählung erfolgt aus der Ich-Perspektive.

Christina Fonthes gelingt es, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln, die Spannung durchweg aufrechtzuerhalten und den Roman mit einer unerwarteten Wendung enden zu lassen.

Diese Sogwirkung verdankt sich zum einen dem lebendigen und eindringlichen Sprachstil der Autorin. Zum anderen sind es die Protagonistinnen selbst, deren Herausforderungen und Umgang mit diesen tief berühren und nachhallen. Mit großer Einfühlsamkeit und ohne Klischees behandelt Christina Fonthes Themen wie Queerness, das Leben in der Diaspora sowie die ambivalente Bedeutung von Religion und Tradition für ein selbstbestimmtes Leben. Darüber hinaus gewährt sie spannende Einblicke in die Geschichte des Kongos.

Eine klare Leseempfehlung.